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Zeichnen Basic #5: Kaffee und Amaryllis

Lektion 5 Modul 1

Wochentraining "Zeichnen Basic"

Die Linie und einfache Gegenstände – Lektionen 1-5

Lektion 5: Die erste experimentelle Fläche trifft auf eine Amaryllis

Materialliste:

  • 8 Blätter ca. DinA4, stabiles Zeichenpapier, welches man auch mal für Nassflächen verwenden kann. Heute kommen Flüssigkeiten ins Spiel. Ggf. mache hier und da einen kleinen Test. Festere glatte Zeichenpapiere so ab 170 g sollten sich eigentlich eignen. Es gibt wenige Zeichenpapiere, die kaum geleimt sind. Hier sinkt die Flüssigkeit direkt ein. Diese eignen sich nicht. Die Flüssigkeit sollte zumindest kurz auf dem Papier „stehen“
  • Bleistifte verschiedener Härten
  • Tesakrepp
  • glattes Holzbrett als Unterlage
  • Buntstifte in Rot und Orange (Policromos)
  • 2-3 unterschiedliche Pinsel – was da ist!
  • löslicher Kaffee und Wasser
  • Eine Amaryllis (siehe auch unten)

Willkommen zur fünften Lektion des Wochentrainings Zeichnen Basic!

Die Vorbereitung

Bevor es wirklich losgeht mit der Übung, frönen wir etwas einer experimentellen Vorbereitung von Untergründen.

Mit den Flächen ist es so eine Sache. Auf der einen Seite können wir sie schraffieren, sehr sensibel, recht genau an der Realität orientiert, mit feinsten Abstufungen, Schraffuren können sehr viel. Ab der kommenden Lektion 6 werden wir uns diesem Phänomen auch tatsächlich sehr widmen.

Eine andere wunderbare Möglichkeit, Flächen mit einzubauen, ist die Vorbereitung der Zeichenpapiere mit experimentellen Flächen, auf denen man anschließend einfach sein Motiv setzt. Wir können einen Dialog zwischen Untergrund und Zeichnung suchen, indem wir uns überlegen, wo auf dem vorbereiteten Papier die Zeichnung stattfinden soll. Aber am Ende bleibt immer ein hohes Maß an Überraschung. Freue Dich darauf!

Fangen wir also an, die Untergründe vorzubereiten. Schaue Dir hierzu auch das beigefügte Video an. Bereite am besten direkt 8 Papiere vor. Dann hast Du etwas im Stock und kannst in dieser Übung den Untergrund nehmen, der Dir am meisten zusagt.

Wie im Video gezeigt, klebe die Papiere umlaufend mit Tesakrepp auf einen festen Untergrund. Papier dehnt sich aus, wenn es nass wird. Beim Trocknen zieht es sich wellenförmig wieder zusammen, wenn es nicht an den Rändern gleichmäßig – z.B. mit Klebeband – gehalten wird. In dem Fall zieht es sich wieder recht glatt zusammen.

Nun setzt Du eine Kaffeelasur an aus 2 Teilen Kaffee und einem Teil Wasser. Anschließend trägst Du sie impulsiv, aber tendenziell flächig auf das Papier auf. Verwende hierzu einen Flachpinsel, wie im Video gezeigt.

Probiere etwas rum, kleckse auch mal usw. Bearbeite jeweils 30%-70% eines jeden Bogens Papier. Lasse die Papiere gut durchtrocknen und löse sie dann von der Unterlage. Und schon hast Du 8 wunderbare Untergründe für Zeichnungen.

Wenn Du die heutige Aufgabe gelesen hast, entscheide Dich bewusst, welches Deiner vorbereiteten Papiere Du für die Zeichnung verwenden möchtest!

Dein heutiges Zeichenobjekt:

Heute kommt das erste Mal etwas FlowerPower ins Spiel!

Die Amaryllis als solche bietet sich wirklich an. Sie hat eine wunderschöne edle Form, gerade wenn sie sich noch nicht geöffnet hat: Die Knospen, die Kelchblätter, die breiten Stiele usw.

Besorge Dir eine oder sogar zwei Stiele mit roten Amaryllis

Amaryllis

In jeder Phase sind diese Blumen absolut zeichnenswert! Du kannst die Amaryllis erst aufblühen und noch mehr aufblühen lassen oder langsam verschrumpeln und in sich zusammenfallen und vertrocknen lassen. 

Suche Dir das passende Blatt als Zeichengrundlage aus und starte mit Schritt Nr.1

FlowerPower – die Übung!

Schritt 1 Die Orientierungsskizze

Zuerst einmal müssen wir uns eine Orientierung auf dem Blatt verschaffen. Setze mit zarten Linien (Bleistift HB oder H) die Konturen der Amaryllis. Mache es so wie bislang auch. Hast Du nicht gleich die richtigen Linien, setze immer wieder neue, bis dass sie stimmen. Versuche sehr genau zu arbeiten, sehr genau an der Realität zu sein. Wir sind immer noch in der Phase unsere Wahrnehmung zu trainieren. Da kann die Formensuche schon einmal etwas mühselig sein. Aber es wird besser und besser.

Die endgültigen Linien setze dann wieder etwas betonter, mit etwas mehr Kraft! Lebe sie, wage, dass sie ausbrechen!


Schritt 2 Zarte Linien für die Formen

Wir haben zwar bislang noch nicht mit Schraffuren gearbeitet. Damit starten wir direkt in der nächsten Lektion, aber wenn Du ganz genau hinschaust, entdeckst Du auch Linien innerhalb der Flächen Deines Objektes. Der Stil hat eher zarte parallele Linien, in den Blütenblättern findest Du hier und da feine Linien, die etwas die Form umschreiben.

Untersuche Deine Objekte, Deine Flächen genau nach diesen Linienvorkommen. An den Stellen, wo Du welche sehen oder entdecken kannst, setze sie mit einem H-Bleistift eher zart. Schaue aber wie der Verlauf der Linien ist. Manchmal umschreibt er die Räumlichkeit und die Dinge werden plastischer.


Schritt 3 Rote Konturen

Es wird Zeit für Farbe. Setze einige Deiner Konturen, nicht nur in der Blüte, in Farbe! Arbeite massiv bis sinnlich. Suche Dir nur einige Stellen in Deiner Zeichnung aus.


Schritt 4 Orangefarbene Konturen

Wiederhole Schritt 3, dieses Mal in orange.

Teilweise können die orangefarbenen Linien da auftauchen, wo bereits rote Linien sind.

Genieße die Farbe. Gerade auf unseren „Kaffeeblättern“ sind rot und orange schöne farbliche Ergänzungen.


Schritt 5 Schwarze Linien

Nun arbeite mit einem 7B-Bleistift.

Wir benötigen noch ein paar wirklich dunkle Linien, insbesondere im Bereich der Schatten. Siehst Du kleine dunkle Schattenflächen, fülle sie auch gerne komplett aus.


Schritt 6 Vielleicht noch etwas Schrift

In diesem Schritt setze einfach das Wort Amaryllis mit dem roten Farbstift irgendwo in die Zeichnung. 

Die Schrift sollte nicht geschrieben aussehen. Stell Dir vor, die Buchstaben des Wortes sind einfach kleine grafische Elemente. Setze jedes dieser Elemente in einer etwas freieren Interpretation um. Hier musst Du zwar extrem umdenken, aber ein Versuch ist es allemal wert.

Die Schrift platziere irgendwo im unteren Drittel nicht direkt irgendwo auf der Zeichnung. Kleine Schnittmengen darf es geben. Be brave!

In den Abbildungen siehst Du, wie Ergebnisse aussehen könnten:

Amaryllis Zeichnung
Amaryllis Zeichnung

 Geschafft! Bravo!

Heute sind schon 2 komplett neue Aspekte hinzugekommen: der freie Hintergrund und das Element Schrift. Nun Du weißt schon einmal, dass es diese Wege gibt und wir werden vieles in anderen Lektionen auch nochmal vertiefen. Es wird immer eine Balance in unseren Übungen sein zwischen dem Vertiefen des Gelernten und dem Neuen.

Wenn Du Lust und Zeit hast, kannst Du das Vertiefen beschleunigen, indem Du die eine oder andere Übung mit anderen Objekten noch einmal wiederholst.

Zum Schluss die inzwischen gewohnten drei Abschlussfragen:

Reflektion

1. Wie hat sich am Ende der Kaffee ausgewirkt? Ist er zu dominant? Bindet er sich ein? Bietet er eine neue inspirierende Ebene? Erzeugt er eine Stimmung, eine Atmosphäre?

2. Fandest Du unser Objekt der Begierde in dieser Übung eher schwer oder einfach? Was war schwierig, was war eher leicht?

3. Würdest Du die Arbeit rahmen und hängen?

Wunderbar! Geschafft! Bravo!

Die Wochen schmelzen dahin. Fünf Lektionen, die sich primär mit Wahrnehmung und Linie beschäftigt haben, hast Du bereits erfolgreich hinter Dich gebracht. In der kommenden Lektion kommt ein weiterer sehr wichtiger Aspekt der Zeichnung hinzu: die Schraffur!

Sei gespannt und bleibe neugierig! In diesem Sinne Dir eine wunderbare, erfolgreiche und inspirierende Woche!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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Wochentraining „Zeichnen Basic“

Die Linie und einfache Gegenstände – Lektionen 1-5

Lektion 5: Die erste experimentelle Fläche trifft auf eine Amaryllis

Materialliste:

  • 8 Blätter ca. DinA4, stabiles Zeichenpapier, welches man auch mal für Nassflächen verwenden kann. Heute kommen Flüssigkeiten ins Spiel. Ggf. mache hier und da einen kleinen Test. Festere glatte Zeichenpapiere so ab 170 g sollten sich eigentlich eignen. Es gibt wenige Zeichenpapiere, die kaum geleimt sind. Hier sinkt die Flüssigkeit direkt ein. Diese eignen sich nicht. Die Flüssigkeit sollte zumindest kurz auf dem Papier „stehen“
  • Bleistifte verschiedener Härten
  • Tesakrepp
  • glattes Holzbrett als Unterlage
  • Buntstifte in Rot und Orange (Policromos)
  • 2-3 unterschiedliche Pinsel – was da ist!
  • löslicher Kaffee und Wasser
  • Eine Amaryllis (siehe auch unten)

Willkommen zur fünften Lektion des Wochentrainings Zeichnen Basic!

Die Vorbereitung

Bevor es wirklich losgeht mit der Übung, frönen wir etwas einer experimentellen Vorbereitung von Untergründen.

Mit den Flächen ist es so eine Sache. Auf der einen Seite können wir sie schraffieren, sehr sensibel, recht genau an der Realität orientiert, mit feinsten Abstufungen, Schraffuren können sehr viel. Ab der kommenden Lektion 6 werden wir uns diesem Phänomen auch tatsächlich sehr widmen.

Eine andere wunderbare Möglichkeit, Flächen mit einzubauen, ist die Vorbereitung der Zeichenpapiere mit experimentellen Flächen, auf denen man anschließend einfach sein Motiv setzt. Wir können einen Dialog zwischen Untergrund und Zeichnung suchen, indem wir uns überlegen, wo auf dem vorbereiteten Papier die Zeichnung stattfinden soll. Aber am Ende bleibt immer ein hohes Maß an Überraschung. Freue Dich darauf!

Fangen wir also an, die Untergründe vorzubereiten. Schaue Dir hierzu auch das beigefügte Video an. Bereite am besten direkt 8 Papiere vor. Dann hast Du etwas im Stock und kannst in dieser Übung den Untergrund nehmen, der Dir am meisten zusagt.

Wie im Video gezeigt, klebe die Papiere umlaufend mit Tesakrepp auf einen festen Untergrund. Papier dehnt sich aus, wenn es nass wird. Beim Trocknen zieht es sich wellenförmig wieder zusammen, wenn es nicht an den Rändern gleichmäßig – z.B. mit Klebeband – gehalten wird. In dem Fall zieht es sich wieder recht glatt zusammen.

Nun setzt Du eine Kaffeelasur an aus 2 Teilen Kaffee und einem Teil Wasser. Anschließend trägst Du sie impulsiv, aber tendenziell flächig auf das Papier auf. Verwende hierzu einen Flachpinsel, wie im Video gezeigt.

Probiere etwas rum, kleckse auch mal usw. Bearbeite jeweils 30%-70% eines jeden Bogens Papier. Lasse die Papiere gut durchtrocknen und löse sie dann von der Unterlage. Und schon hast Du 8 wunderbare Untergründe für Zeichnungen.

Wenn Du die heutige Aufgabe gelesen hast, entscheide Dich bewusst, welches Deiner vorbereiteten Papiere Du für die Zeichnung verwenden möchtest!

Dein heutiges Zeichenobjekt:

Heute kommt das erste Mal etwas FlowerPower ins Spiel!

Die Amaryllis als solche bietet sich wirklich an. Sie hat eine wunderschöne edle Form, gerade wenn sie sich noch nicht geöffnet hat: Die Knospen, die Kelchblätter, die breiten Stiele usw.

Besorge Dir eine oder sogar zwei Stiele mit roten Amaryllis

Amaryllis

In jeder Phase sind diese Blumen absolut zeichnenswert! Du kannst die Amaryllis erst aufblühen und noch mehr aufblühen lassen oder langsam verschrumpeln und in sich zusammenfallen und vertrocknen lassen. 

Suche Dir das passende Blatt als Zeichengrundlage aus und starte mit Schritt Nr.1

FlowerPower – die Übung!

Schritt 1 Die Orientierungsskizze

Zuerst einmal müssen wir uns eine Orientierung auf dem Blatt verschaffen. Setze mit zarten Linien (Bleistift HB oder H) die Konturen der Amaryllis. Mache es so wie bislang auch. Hast Du nicht gleich die richtigen Linien, setze immer wieder neue, bis dass sie stimmen. Versuche sehr genau zu arbeiten, sehr genau an der Realität zu sein. Wir sind immer noch in der Phase unsere Wahrnehmung zu trainieren. Da kann die Formensuche schon einmal etwas mühselig sein. Aber es wird besser und besser.

Die endgültigen Linien setze dann wieder etwas betonter, mit etwas mehr Kraft! Lebe sie, wage, dass sie ausbrechen!

Schritt 2 Zarte Linien für die Formen

Wir haben zwar bislang noch nicht mit Schraffuren gearbeitet. Damit starten wir direkt in der nächsten Lektion, aber wenn Du ganz genau hinschaust, entdeckst Du auch Linien innerhalb der Flächen Deines Objektes. Der Stil hat eher zarte parallele Linien, in den Blütenblättern findest Du hier und da feine Linien, die etwas die Form umschreiben.

Untersuche Deine Objekte, Deine Flächen genau nach diesen Linienvorkommen. An den Stellen, wo Du welche sehen oder entdecken kannst, setze sie mit einem H-Bleistift eher zart. Schaue aber wie der Verlauf der Linien ist. Manchmal umschreibt er die Räumlichkeit und die Dinge werden plastischer.

Schritt 3 Rote Konturen

Es wird Zeit für Farbe. Setze einige Deiner Konturen, nicht nur in der Blüte, in Farbe! Arbeite massiv bis sinnlich. Suche Dir nur einige Stellen in Deiner Zeichnung aus.

Schritt 4 Orangefarbene Konturen

Wiederhole Schritt 3, dieses Mal in orange.

Teilweise können die orangefarbenen Linien da auftauchen, wo bereits rote Linien sind.

Genieße die Farbe. Gerade auf unseren „Kaffeeblättern“ sind rot und orange schöne farbliche Ergänzungen.

Schritt 5 Schwarze Linien

Nun arbeite mit einem 7B-Bleistift.

Wir benötigen noch ein paar wirklich dunkle Linien, insbesondere im Bereich der Schatten. Siehst Du kleine dunkle Schattenflächen, fülle sie auch gerne komplett aus.

Schritt 6 Vielleicht noch etwas Schrift

In diesem Schritt setze einfach das Wort Amaryllis mit dem roten Farbstift irgendwo in die Zeichnung. 

Die Schrift sollte nicht geschrieben aussehen. Stell Dir vor, die Buchstaben des Wortes sind einfach kleine grafische Elemente. Setze jedes dieser Elemente in einer etwas freieren Interpretation um. Hier musst Du zwar extrem umdenken, aber ein Versuch ist es allemal wert.

Die Schrift platziere irgendwo im unteren Drittel nicht direkt irgendwo auf der Zeichnung. Kleine Schnittmengen darf es geben. Be brave!

In den Abbildungen siehst Du, wie Ergebnisse aussehen könnten:

Amaryllis ZeichnungAmaryllis Zeichnung

 Geschafft! Bravo!

Heute sind schon 2 komplett neue Aspekte hinzugekommen: der freie Hintergrund und das Element Schrift. Nun Du weißt schon einmal, dass es diese Wege gibt und wir werden vieles in anderen Lektionen auch nochmal vertiefen. Es wird immer eine Balance in unseren Übungen sein zwischen dem Vertiefen des Gelernten und dem Neuen.

Wenn Du Lust und Zeit hast, kannst Du das Vertiefen beschleunigen, indem Du die eine oder andere Übung mit anderen Objekten noch einmal wiederholst.

Zum Schluss die inzwischen gewohnten drei Abschlussfragen:

Reflektion

1. Wie hat sich am Ende der Kaffee ausgewirkt? Ist er zu dominant? Bindet er sich ein? Bietet er eine neue inspirierende Ebene? Erzeugt er eine Stimmung, eine Atmosphäre?

2. Fandest Du unser Objekt der Begierde in dieser Übung eher schwer oder einfach? Was war schwierig, was war eher leicht?

3. Würdest Du die Arbeit rahmen und hängen?

Wunderbar! Geschafft! Bravo!

Die Wochen schmelzen dahin. Fünf Lektionen, die sich primär mit Wahrnehmung und Linie beschäftigt haben, hast Du bereits erfolgreich hinter Dich gebracht. In der kommenden Lektion kommt ein weiterer sehr wichtiger Aspekt der Zeichnung hinzu: die Schraffur!

Sei gespannt und bleibe neugierig! In diesem Sinne Dir eine wunderbare, erfolgreiche und inspirierende Woche!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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