Zeichnen
Text

Zeichnen Basic #41: Afrikanische Masken

Lektion 41 Modul 9

Wochentraining "Zeichnen Basic"

Lektionen 41 - 45 Afrika! Afrika!

Lektion 41:  Afrikanische Masken

Willkommen zur einundvierzigsten Lektion des Basiskurses „Zeichnen“!

Materialliste

  • 1 Bogen glattes Zeichenpapier, DinA3 für die Zeichnung und ggf. ein paar mehr, um mehrere Untergründe herzustellen.
  • Bleistifte
  • 2 braune Tuschen
  • breiter Pinsel
  • Bunstifte
  • Salz
  • Eine der Vorlagen

Afrika – der Kontinent, der wohl der Ursprung war, der heute noch eine spürbare Archaik aufweist, unglaubliche Landschaften, eine so reiche Tierwelt, faszinierende Menschen und leider auch sehr viele soziale, gesellschaftliche und politische Probleme, die nicht selten von der westlichen Welt forciert worden sind.

In diesem neuen Blog wollen wir uns thematisch mit dem Kontinent beschäftigen, aber sicherlich werden es eher die romantischen, klischéehafteren Bilder sein, mit denen wir uns zeichnerisch auseinandersetzen werden, als dass wir uns einer kritischen Auseinandersetzung hingeben. Das kann eine solche Übungsreihe nicht leisten. Aber vielleicht erweckt diese erste zeichnerische Auseinandersetzung in Dir genau den Wunsch, das Thema sehr viel kritischer zu beleuchten und Zeichnung plötzlich zu gebrauchen, um sich inhaltlich zu äußern. Am Ende ist eine Sprache da, um zu sprechen!

Nun hat auch dieser Blog nur 5 Lektionen und welche 5 Unterthemen können stellvertretend für Afrika sein? Es wird nicht gelingen 5 Themen zu finden. Der Kontinent ist zu groß, die Themen sind zu mannigfaltig. Man könnte leicht 100 benennen, aber 5?

Also greifen wir fast ein wenig beliebig in die afrikanische Trick- und Themenkiste. Heute geht es um afrikanische Masken!

Viele haben etwas derartiges zu Hause als touristisches Andenken oder Mitbringsel. Im Ursprung waren sie (und sind es auch immer noch) Teil der afrikanischen Mythologie, Bestandteile von Ritualen, die Möglichkeit, bestimmte Charaktere und Rollen einzunehmen. Im Bereich des Voodoo bekommen sie etwas magisches, verzaubertes und manchmal auch bedrohliches.

Hier stellen wir Dir 5 Masken zur Verfügung. Du kannst natürlich auch nochmal auf die Suche gehen. Vielleicht besitzt Du sogar eine eigene, die Du immer schon mal zeichnen wolltest. Dann nutze die Gelegenheit.

Die einzige Voraussetzung an die Vorlage: Sie sollte aus Holz sein und tendenziell eher etwas dunkler als ganz hell.

Afrikanische Maske
Afrikanische Maske
Afrikanische Maske
Afrikanische Maske
Afrikanische Maske

Wenn es übrigens um die ersten Schritte geht, die eher einen Zeichengrund schaffen sollen, bereite gerne mehrere Blätter vor und nicht nur eines. Die kannst Du wunderbar auch bei anderen Zeichnungen und Themen verwenden.

Dann starten wir mit unserem afrikanischen Block ....

Schritt 1 Tuschelasur 1 + Salz

Mische eine Lasur aus einer braunen Tusche und Wasser.

Dabei habe folgendes im Hinterkopf: 

  • Die Tusche sollte nicht zu dunkel ausfallen, denn ansonsten wirst Du Deine Zeichnung auf diesen Untergründen nicht mehr sehen.
  • Sie sollte aber auch nicht so dünn sein, dass man sie nicht bemerkt.
  • Mische mit Bedacht und mache vorher einen Test.

Klebe Deinen Bogen Zeichenpapier umlaufend mit Tesakrepp auf einen festen Untergrund. Das stellt sicher, dass sich das Papier beim Trocknen wieder glatt zieht und keine Wellen schlägt.

Bearbeite mit einem breiteren Pinsel ca. 70% Deines Zeichenpapiers.

Und nun musst Du schnell sein: Solange die Lasur noch auf dem Papier steht, also noch nicht eingesogen ist, streue Salz auf das Blatt. Dieses Salz schafft Strukturen. Das funktioniert nicht auf jedem Papier gleich gut. Ggf. spanne verschiedene Papiere auf, um so zu Erfahrungswerten zu kommen, welche Papiere sich am ehesten eignen.

Wenn alles getrocknet ist, bürste das Salz vom Papier und mache mit Schritt 2 weiter.


Schritt 2 Tuschelasur 2 + Salz

Wiederhole Schritt 1 allerdings mit 2 Änderungen.

  1. Verwende ein komplett anderes Braun!
  2. Bearbeite maximal 40% Deines Bogens Papier

Schritt 3 Die rote Vorzeichnung

Schritt 3 soll eine Vorzeichnung oder rein lineare Zeichnung der Maske bzw. der Konturen sein.

Arbeite so, wie Du es bereits gelernt hast. Mache eine vorsichtigere Vorzeichnung. Um so sicherer Du wirst, um so gestischer und akzentuierter versuche zu zeichnen. Die Vorzeichnung an sich soll bereits eine gewohnt sehr gute Qualität haben.

Aber verwende keinen Bleistift, sondern einen knallroten Buntstift.


Schritt 4 Die Schwärzen

Setze alle Dunkelheiten Deines Motivs. Gemeint sind die wirklich dunklen Stellen. Setze auch diese wie gewohnt um.

Verwende einen sehr weichen, immer gut angekanteten Bleistift und arbeite mit sehr viel Druck und teilweise mit sehr viel Tempo.

Unter Umständen fällt es etwas schwer, gegen die Tuschelasuren anzukämpfen. Wecke in diesem Schritt die herkulische Ader in Dir!


Schritt 5 Drei Buntstifte für den Schwerpunkt

Welcher Bereich soll Dir als Schwerpunkt dienen?

Versuche ihn in etwa zu bestimmen bzw. abzugrenzen und erarbeite ihn mit 3 Buntstiften:

Ocker, ein dunkles Violett und ein rötliches Braun.

Arbeite malerisch, setze die Farben nebeneinander. Mische sie, indem Du sie übereinander schraffierst und ineinander verlaufen lässt.

Nimm Dir ausreichend Zeit.

Wenn man so intensiv mit Buntstiften arbeitet, wird man zwangsläufig sehr flächig und man setzt wenige sichtbare Linien. Ein paar akzentuierte Linien benötigst Du allerdings auch hier.

Ggf. setze sie zum Abschluss des Schrittes noch einmal nach.


Schritt 6 Bleistift

Nun überarbeite die komplette Maske mit dem Bleistift.

Teilweise werde ganz kompakt und flächig, teilweise bleibe sehr leicht und mache wenig.

Arbeite insbesondere die Plastizität heraus, setze Verläufe, stärke den Schwerpunkt und auch hier denke an Linien. Bei Objekten mit vielen Flächen vergisst man das Setzen gut sichtbarer und akzentuierter Linien sehr schnell. Also Obacht!


Schritt 7 Das besondere Moment

Nun ist Deine Zeichnung im Grunde genommen abgeschlossen. Aber wenn Du magst „setz noch einen drauf“! Schaffe noch ein besonderes Moment, wie z.B.

  • Lichtblitze mit Deckweiß
  • eine besondere Kontur, noch einmal mit Rot oder sogar mit einem goldenen Marker
  • ein Schriftzug in roter Farbe oder violett usw.

„Nichts Hohes erreicht ein Künstler, der nicht an sich selber zweifelt.“

Leonardo da Vinci

Und wieder einmal siehst Du, jedes Objekt hat seine Tücken und Eigenarten. In jedes neue Objekt muss man sich erst einmal hineindenken. Das gehört zum zeichnerischen Prozess einfach dazu insbesondere je komplexer es wird.

Masken dieser Art sind einfach so massiv und dicht, da macht eine farbige Umsetzung sehr viel Sinn. Ich persönlich liebe den Bleistift. Aber nun stell Dir vor, wie Deine Zeichnung nur mit Bleistift aussähe. Ohne Zweifel hättest Du eine klasse Zeichnung. Aber die Affinität zum „Mutter Erde Afrika“ wäre vielleicht weniger intensiv und dicht.

Lass uns nun aber erstmal einen intensiven und dichten Blick auf Deine Zeichnung werfen.

Reflektion

1. Was hat die intensive Arbeit mit dem Bleistift bewirkt? Siehst Du einen Unterschied zwischen dem Zeichnen mit dem Bleistift und mit dem Buntstift? Wie würdest Du diesen Unterschied beschreiben?

2. Wie haben sich die Tuschelasuren ausgewirkt? Hast Du das Gefühl, sie haben etwas gebracht? Wenn ja was? Und falls nein, warum nicht?

3. Wie würdest Du generell die Qualität Deiner Zeichnung einschätzen? Mache Dir ggf. ein paar Stichpunkte für das „Für“ und „Wider“. Beachte dabei die technische Umsetzung, die Komposition, die Farbgebung, die Dichte usw.

4. Würdest Du das Original der Maske Dein eigen nennen, könntest Du Dir vorstellen, die Zeichnung und das Original nebeneinander zu präsentieren? Was spräche dafür und was dagegen?

Vielleicht weckt dieser Block die Gelüste in Dir, Afrika mal persönlich einen Besuch abzustatten. Wer weiß? Wir wünschen Dir viele wunderbare Gedanken.

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

Hat Dir die Lektion gefallen? Erzähle Deinen Freunden davon!

Pen