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Zeichnen Basic #12: Brummbär und Flocki

Lektion 12 Modul 3

Wochentraining "Zeichnen Basic"

Block 3 Lektionen 11-15 Anwendungen

Lektion 12: Brummbär und Flocki

Kuscheltiere

Materialliste

  • 1 Blatt DinA3
  • Verschiedene Bleistifte
  • Einen intensiven Farbstift
  • Einen knallroten Buntstift
  • Dein Lieblingsstofftier aus Kindheitstagen, oder das Deiner Kinder oder Enkelkinder oder eines Kindes aus dem Freundeskreis

Willkommen zur zwölften Lektion des Basiskurses „Zeichnen“!

Und weiter geht’s mit einer Übung, um Deine bisherigen Kenntnisse anzuwenden und zuverfeinern. Dieses Mal geht es um einen treuen Begleiter Deiner Kindheitstage oder einem adäquaten Geschöpf aus dem näheren Familien- oder Freundeskreis:

Das Lieblingsstofftier, der Beschützer und Freund, zerlebt, zerbissen, zerknuddelt und geliebt!

Der erste Schritt ist der, ihn zu arrangieren, in einem Umfeld Deiner Wahl, aber unbedingt mit einer zusätzlichen Beleuchtungsquelle, einer Schreibtischlampe oder Ähnlichem, um ihn gut auszuleuchten und zusätzliche Dunkelheiten und Schatten zu erzeugen.

Vielleicht solltest Du Dir generell angewöhnen, bevor Du anfängst, Fotos von Deinen Objekten zu machen, aus verschiedenen Blickwinkeln, ggf. sogar verschiedeneArrangements. Das ist ein schöner spielerischer Weg, sich mit Komposition auseinanderzusetzen. 

Das muss nicht ausschließlich zeichnerisch passieren. Den Blick dafür kann man auch wunderbar per Foto schulen. Gerade in unserem Zeitalter ist es so unglaublich einfach und wenn man einmal anfängt, sich eine visuelle digitale Datei anzulegen mit möglichen weiteren Motiven, macht es unendlich viel Spaß!

Hast Du Deinen lieben Kleinen in Szene gesetzt, fange direkt an mit Schritt 1.

"Die Kunst ist das Gewissen der Menschheit."

Friedrich Hebbel

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Brummbär und Flocki!

Schritt 1 Intensiver Farbstift

Heute starten wir intensivst. Setze einen winzigen Teil der Konturen und ein Detail, welches Dir besonders auffällt, mit einem sehr intensiven Farbstift. „Intensiv“ bezieht auf die Farbe als solche aber auch auf ihren Einsatz, kräftig mit viel Druck.


Schritt 2 Zarte Hintergrundschraffur

Im Schritt 1 hast Du nur einige wenige Schraffuren gesetzt, einen Bruchteil. Obwohl noch kaum Form da ist, sollst Du in diesem Schritt den Hintergrund schraffieren mit einem H-Bleistift, viele dünne parallele zarte Linien, die sich zu einer Fläche vereinen.

Der unmittelbare Hintergrund Deiner Kreatur reicht aus. Es geht nicht um den ganzen Hintergrund. Die Herausforderung liegt darin, versuchsweise nur bis zum Tierchen zu schraffieren, obwohl es noch nicht gezeichnet ist. Das wird natürlich nicht 100%ig klappen, aber ein Versuch ist es wert.

Wenn die eigentliche Kontur später anders verläuft, ist das nicht weiter tragisch. Solche Zusammenhänge können eine Zeichnung sehr beleben.


Schritt 3 Konturen - Skizze

Nachdem Du nun zwei Schritte gemacht hast, ohne eine Vorzeichnung zu haben, kommt nun der heißersehnte Schritt, in dem es genau darum geht.

Mache eine Skizze Deines geliebten Etwas. Schließe dabei an den roten Konturen aus Schritt 1 an. In der Regel wird es mit dem Hintergrund nicht unbedingt klappen. Fast musst Du ihn beim Setzen der Skizze ignorieren. Die Richtigkeit Deiner Skizze ist definitiv wichtiger als der Bezug zum gesetzten Hintergrund.

Wenn trotzdem beides klappt um so besser. Arbeite mit einem HB Bleistift und versuche gleichermaßen genau und lebhaft zu sein.


Schritt 4 Schwerpunkte-Ausrichtung

Und wieder geht es um die Schwerpunkte. Dieses Mal benötigen wir einen Hauptschwerpunkt, der definitiv einen Teil des Gesichtes mit einbeziehen soll, einen kleineren Schwerpunkt möglichst irgendwo im peripheren Bereich der Kreatur, sowie 2 Minischwerpunkte wo immer Du möchtest.

Wie bereits in anderen Skizzen arbeite diese 4 Punkte ganz besonders detailliert und intensiv heraus, lineare Details und Winzigkeiten, Schraffuren, Verläufe, Plastizität usw.


Schritt 5 Alle Schatten Knallrot

Aufgrund Deiner zusätzlichen Lichtquelle wird Dein Objekt sehr viele Dunkelheiten, also Schatten, aufweisen. Dabei geht es sowohl um die Eigenschatten, also um die Schatten, die das Objekt selbst hat, als auch um die Schlagschatten. Das sind die Schatten, die das Objekt auf den Untergrund wirft.

Alle Schatten, die Du erkennen kannst, schraffiere flächig und knallig rot, durchaus in einem Extrem.


Schritt 6 Alle Schatten in Schwarz

Nun schraffiere all diese Schatten, die Du vorher Rot schraffiert hast, Schwarz (7B-Bleistift). Das Rot war also mehr eine Grundierung. Wenn Du nun über alle roten Flächen schwarz schraffierst, ist es natürlich wichtig, dass das Rot an vielen Stellen durchblitzt, mal mehr, mal weniger.


Schritt 7 Hintergrundskizze

Nun schau Dir den Hintergrund Deines Arrangements an. Wenn dort, je nachdem wie Du Dein Arrangement ausgerichtet hast, tatsächlich auch noch etwas passiert, skizziere die Situation mit wenigen raschen Linien an. Ggf. setze mit einem H-Bleistift sogar einige wenige Schraffuren.

Falls in Deinem Hintergrund nichts passiert, ignoriere ihn einfach.


Schritt 8 Der letzte Schliff

Es ist gar nicht so einfach sich beim Schreiben der Übungen vorzustellen, zu welchem Ergebnis jeder so kommen könnte, deshalb baue ich manchmal zum Schluss einen freieren Schritt ein, bei dem Du Dich ganz auf den Zustand konzentrieren kannst, den Du jetzt vorliegen hast. Kümmere Dich in diesem Schritt um den Feinschliff.

Wenn es aus Deiner Sicht Sinn macht:

  • ergänze Dunkelheiten
  • setze noch einige Schraffuren
  • ergänze lineare Akzente
  • verstärke Verläufe usw.

 Angekommen! Wie fühlst Du Dich? Hast Du das Gefühl, Du hast Dich bereits verbessert?

Vergleiche mal die letzte Zeichnung mit der ersten. Das macht Dir sehr bewusst, was sich seit dem Start bereits getan hat.

Remain curious! Bleibe neugierig!

Reflektion

1. Wie fandest Du Dein Zeichenobjekt? Was war anders und womöglich schwerer?

2. War die neue Vorgehensweise, die späte Hinzunahme der Skizze, sehr schwer oder hat sich am Ende alles gut gefügt?

3. Was würdest Du in einem zweiten Anlauf anders machen?

 Tipp: Schaffe Dir ein kleines Skizzenbuch an! Wir warten so häufig am Tage auf den Bus, aufs Essen, am Check-In, wir sitzen genüsslich auf einer Parkbank. Das sind alles wunderbare Momente, in denen wir einfach unser Skizzenbuch zücken könnten, um ein wenig zu zeichnen, zu trainieren und uns zu verlieren.

Mache das Zeichnen mehr und mehr zum Bestandteil Deines Lebens. Siehe es nicht als Training, sondern als eine Beschäftigung, die Dich erfüllt!

Genieße die Woche und schaffe Dir erstaunliche Momente!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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