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Zeichnen Basic #23: Kamele!

Lektion 28 Modul 6

Wochentraining "Zeichnen Basic"

Lektionen 21-25 – Von Nüstern und Hundeaugen: Tierköpfe und -gesichter

Lektion 23:  Kamele!

Willkommen zur dreiundzwanzigsten Lektion des Basiskurses „Zeichnen“!

Materialliste

  • 1 Blatt A3 in weiß
  • Bleistifte
  • Farbstifte
  • schwarze Tusche
  • Tusche-oder Aquarellpinsel
  • Bleistifte verschiedener Härten

Heute geht es um Kamele!

Ein guter Freund von mir hatte in Dubai in der Wüste ein kleines Camel-Camp mit 15 Kamelen. Immer wenn ich ihn in Dubai besuchte, fuhren wir hin und wieder spätnachmittags in die Wüste zu seinen Tieren, immer zu einer Zeit, wenn die Kamele von ihren Wüstenwanderungen zurückkamen zum Camp. Sie bekamen etwas Grünfutter, wir kuschelten etwas mit ihnen, machten ein Lagerfeuer, aßen ein paar Datteln ... Kamele habe ich in wirklich guter Erinnerung.

Die Fotos, die wir Dir in dieser Übung zur Verfügung stellen, bilden eben jene Kamele ab, meine kleinen Freunde aus Dubai.

Fast alle Säugetiere haben dieselben Sinnesorgane oder andere Gleichheiten, die aber am Ende alle sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Nimm einfach die Sinnesorgane, stelle Dir die unterschiedlichsten Säugetiere vor und vergleich im Geheimen einmal die Münder oder Ohren.

Eigentlich fordern uns die unterschiedlichen Tiere auf, immer wieder anders auf dieselben Dinge zu schauen. Das Prinzip bleibt das also immer das gleiche.

Bei den Kamelen wollen wir den Schwerpunkt ganz klar auf die Farbe lenken. Versuche über die unterschiedlichen Farbstiftschichten fast Malerei zu betreiben, also die Plastizität wirklich herauszuarbeiten.

Wenn Du schraffierst, versuche Dich immer an der Ausrichtung des Fells zu orientieren oder ganz sanft zu schraffieren, so dass man gar keine Linien sieht.

Gehen wir direkt ans Eingemachte!

„Humor und Geduld sind zwei Kamele, mit denen Du durch jede Wüste kommst.“

Arabisches Sprichwort

Die Übung

Schritt 1 Die Skizze und Komposition

Auch in diesem Fall starten wir wieder mit einer Skizze.

Mit einem eher härteren Bleistift mache eine erste grobe Orientierungsskizze. Mit einem etwas weicheren Bleistift (HB bis 2B) formuliere die Skizze aus, d.h. gehe ins Detail, versuche variationsreiche Linien zu machen usw.

Zeit: 5 Minuten


Schritt 2 Ocker

Nun versuche nahezu das komplette Kamel in Ocker zu schraffieren.

Versuche schon die Fellrichtung nachzuempfinden. Wenn Du die Schraffuren wie die kurzen Linien des Fells setzt , also nicht einfach grob die Kamelfläche mit dem Farbstift ausfüllst, sondern bereits jetzt differenzierst und feiner arbeitest, gibst Du dem Bild eine sehr gute Basis.

Vergiss nicht, auch die Farbstifte immer wieder neu anzuspitzen.

Zeit: 10-15 Minuten


Schritt 3 Orange

Nun arbeite ähnlich mit einem orangefarbenen Farbstift. Achte jetzt aber darauf, wo Du den Farbstift einsetzt. Wo leuchtet das Fell also besonders intensiv?

Farbstifte können sich mischen, indem man sie – teilweise offen – übereinander schraffiert. Du fängst in diesem Schritt bereits an zu modellieren.

Die Schwierigkeit wird sein, die intensivsten Spuren des Fells überhaupt zu erkennen. Schaue also genau hin und schule Deinen Blick.

Zeit: 5-10 Minuten


Schritt 4: Die Schwärzen

Die Schwärzen bei den Kamelen sind sehr deutlich. Diese dunklen Stellen schraffiere auch extremst dunkel. Die Schwärzen bringen sehr viel Form und Detail ins Bild. Hier müsstest Du fast ein bisschen pingeln.

Nach diesem Schritt sollte das Kamel bereits in einer ziemlichen Deutlichkeit vorhanden sein.

Zeit: ca. 5 Minuten


Schritt 5 Rostrot

So wie Du in Schritt 3 mit einem Orange gearbeitet hast, arbeite jetzt mit einem Rostrot.

Zeit: 5-10 Minuten


Schritt 6 Grau

Genauso arbeite nun noch einmal mit einem mittelgrauen Farbstift (kein Bleistift).

Zeit: 5 Minuten


Schritt 7 HB-2B

Nun hast Du noch einmal die Möglichkeit die Zeichnung mit Bleistiften von HB bis 2B zu überarbeiten.

Der Bleistift kann feiner schraffieren. Du könntest jetzt also noch einmal Details ausschraffieren, Übergänge feiner schraffieren, Farbigkeiten entschärfen, indem Du noch einmal überschraffierst usw.

In diesem Schritt ist noch einmal vieles möglich und trotzdem musst Du daran denken, dass der Charakter der Farbe verloren geht, wenn Du gleich alles mit dem Bleistift überarbeitest. Versuche also sinnvoll zu dosieren und zwischendurch immer wieder innezuhalten, um zu schauen, ob Du nicht inzwischen genug Bleistift eingesetzt hast.

Zeit: 5-10 Minuten


Schritt 8 Schwarze Tusche

Zum Abschluss ziehe in der horizontalen Mitte im Hintergrund eine Bleistiftlinie und fülle die komplette obere Hälfte mit einem Tuschepinsel oder Aquarellpinsel und einer intensiven schwarzen Tusche aus.

Um in der Mitte wirklich eine gerade Trennlinie zu haben, kannst Du sie gerne auch mit einem Lineal und einem schwarzen Edding ziehen. Mit dem Pinsel ist die Genauigkeit einer geraden Linie schon sehr schwierig.

Zeit: 5 Minuten


 Wunderbar!

Widme Dich nun noch Deinen Reflektionsfragen, um Deiner Zeichnung auch im Nachhinein noch einmal nahezukommen.

Reflektion

1. Ist es ein Kamel geworden? Wenn ja, was sind für Dich die wesentlichen Merkmale? Falls nicht, was ist nicht so ähnlich geworden, wie es hätte sein können?

2. Wie hat die Arbeit mit der Farbe geklappt? Hast Du das Gefühl, die Farbgebung ist über die Schichten differenziert worden? Hast Du das Gefühl, die Farbe des Kamels getroffen zu haben? Hast Du mit der Farbe Plastizität geschaffen?

3. Wenn Du die ganzen bisherigen Tierköpfe betrachtest, die Du gezeichnet hast, welchen findest Du am besten?

Habe eine geniale Woche!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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