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Zeichnen Basic #45: Ein Afrikaner

Lektion 45 Modul 9

Wochentraining "Zeichnen Basic"

Lektionen 41 - 45 Afrika, Afrika!

Lektion 45: Ein Afrikaner vor einem afrikanischem Stoff

Willkommen zur fünfundvierzigsten Lektion des Basiskurses „Zeichnen“!

Materialliste

  • 1 glattes Zeichenpapier je nach vorhandener Arbeitszeit DinA4 oder DinA3
  • Bleistifte
  • Buntstifte
  • Eine Fotovorlage von den afrikanischen Portraits
  • Eine Fotovorlage von den afrikanischen Stoffen

Wie können wir uns dem Thema „Afrika“ zuwenden, ohne – auch bei nur 5 Lektionen –nicht mindestens einmal einen der Menschen darzustellen, einen Afrikaner, eine Afrikanerin.

Afrikaner
Afrikaner
Afrikaner
Afrikaner
Afrikaner

Es geht darum einen der Afrikaner zu portraitieren, primär mit Bleistift, durchaus dunkel werdend. Bislang haben wir uns dem Portrait noch gar nicht gewidmet. Ein erstes Portrait ist natürlich immer recht schwierig, aber wir nutzen die Chance und zeichnen heute unser erstes Portrait, wagen also den Einstieg in das Thema.

Wenn Dich das Thema „Portrait“ interessiert, kannst Du es zumindest teilweise auch eigenständig etwas trainieren.

In dieser Übung werden wir natürlich Schritt für Schritt vorgehen. Da wirst Du in Deiner schon sensibilisierten Wahrnehmung noch mal gefordert.

Außerdem soll der Hintergrund bewusst eine zweite inhaltliche Ebene bilden. Es geht um ein afrikanisches Stoffmuster, das den Hintergrund in einer bestimmten Art und Weise, ggf. sogar sehr komplett, füllen soll. Somit bildet der Hintergrund noch einmal einen kulturellen Bezug, vielleicht sogar einen kulturhistorischen Bezug zum dargestellten Menschen.

Das Motiv wird zwar das Blatt zu 100% füllen, trotzdem werden wir das Blatt aber nicht gleichmäßig dicht ausarbeiten. Die unterschiedliche Schwerpunktbildung wird also ebenso ein sehr wichtiges Thema in dieser Lektion sein.

Afrikaner

Dann starten wir doch einfach direkt durch!

Die heutige Zeichnung wird etwas Zeit von Dir fordern. Suche Dir zuerst eines der Gesichter aus. Wenn Du das Portrait fertig hast, suche Dir ein Stoffmuster aus, welches Du dann einbaust. Wenn Du nicht zuviel Zeit hast, arbeite auf DinA4, ansonsten arbeite auf DinA3.

Der afrikanische Abschluss und der Einstieg in das Portrait

Schritt 1 Die genaue Vorskizze des Portraits

Das erste und schwierigste in dieser Lektion ist das proportionale Erfassen des Kopfes. Lass Dir hierbei sehr viel Zeit und gehe folgendermaßen vor:

  • Platziere die Augen, versuche ihre genaue Form zu erfassen. Achte darauf, dass die seitlichen Spitzen nach innen hin eine andere Form besitzen, wie nach außen. Platziere die Regenbogenhaut und die Pupille, die Lidfalte und alles andere was Du im Bereich der Augen siehst ebenso. Arbeite in diesem Schritt aber ausschließlich linear. Kleiner Tip: Zwischen 2 Augen ist in der Regel „ein Auge“ Platz.
  • Platziere die Nase und skizziere sie. Nasenspitze, Nasenflügel, Nasenlöcher. Achte auf den Abstand der Nasenflügel von den Augen. Die Breite der Nase kannst Du ganz gut nachvollziehen, indem Du gedanklich von den Nasenflügeln eine Senkrechte nach oben ziehst und schaust, wo Du auf die Augen triffst.
  • Nun der Mund. Achte hierbei auf den Abstand zwischen Nase und Oberlippe. Das ist ein wichtiger Richtwert. Zeichne die exakte Mundlinie zwischen den Lippen. Achte auf die genaue Form. Die seitliche Begrenzung orientiere an der seitlichen Ausdehnung der Nasenflügel. Überhaupt ist es wichtig, die einzelnen Ausdehnungen immer wieder an schon bestehende Größe anzupassen. So wirst Du die richtigen Proportionen in etwa auch erfassen.
  • Setze nun das Kinn und die äußeren Gesichtslinien. Die obere Gesichtslinie geht bis zu den Haaren bzw. bis zum Haaransatz.
  • Skizziere die Ohren. Den oberen Ansatz orientiere an den Augen, den unteren Ohransatz an den Lippen. Kontrolliere bezogen auf Lippen und Augen in welcher Höhe die Ohren jeweils ansetzen.
  • Skizziere nun die Haare und den Halsansatz. – Fertig ist die erste Skizze. Kontrolliere die Skizze mit Deinem Foto. Wenn Dir nun noch Ungereimtheiten auffallen, verbessere sie noch. Das erste Portrait kann nicht perfekt werden, also genieße das, was Du jetzt schon geschaffen hast und sei nicht zu kritisch.

Schritt 2 Die Ausarbeitung der Augen und des Augenumfeldes

Nun arbeite die Augen und das Umfeld der Augen heraus über Schraffuren, Flächen, Verläufe und ganz wichtig: Schwärzen!!! Sei bei Deinem ersten Portrait gerne auch ein bisschen pingelig.


Schritt 3 Die Schwärzen im Gesicht

Nun konzentriere Dich auf eine Gesichtshälfte, im besten Falle die dunklere und schraffiere dieselbe in aller Ruhe aus. Werde an den dunklen Stellen auch wirklich dunkel. Arbeite mit Verläufen und Flächen.

Dieser Schritt wird etwas Zeit in Anspruch nehmen. Genieße die Meditation, die davon einhergeht.


Schritt 4 Der halbe Mund

In dieser Hälfte des Gesichtes arbeite nun auch den Mund aus. Achte darauf, dass bei normaler Beleuchtung die Oberlippe in der Regel dunkler ist als die Unterlippe, da auf die Unterlippe eher Licht fällt.


Schritt 5 Die halbe Nase und ein komplettes Ohr

Skizziere in ähnlicher Form entweder eine halbe Nase oder wenn das Gesicht damit zu gleichmäßig aussehen sollte, auch gerne eine ganze Nase.Außerdem arbeite eines der beiden Ohren heraus. Welches obliegt Deiner Entscheidung. Denke kompositorisch!


Schritt 6 Die Haare

Versuche an zwei eher kleinen Stellen auch die Haare auszuarbeiten. Ein Großteil der Haare sollte allerdings ausgespart, also unbehandelt bleiben.


Schritt 7 Der Abschluss des Portraits

Nun inspiziere das Portrait mit Deinen zeichnerischen Argusaugen, überlege in aller Ruhe, ob Dir noch etwas fehlt. Gehe nach Gefühl vor und schließe das Portrait in diesem Schritt ab.


Schritt 8 Die Skizze des Stoffmusters

Nun suche Dir eines der Stoffmuster aus. Dieses Muster soll nun den kompletten Hintergrund zieren, allerdings in Farbe. Suche Dir also Deine entsprechenden Buntstifte zusammen. Skizziere dieses Muster mit einem der Farbstifte über die komplette Hintergrundfläche vor. Linear wird die Fläche relativ rasch zu erfassen sein.


Schritt 9 Drei Stoffareale sollst Du bestimmen

Nun bestimme drei eher kleine Areale in dieser Stofffläche, die Du sehr exakt ausarbeitest. eine Fläche sollte an den Kopf angrenzen. eine Fläche sollte an den Bildrand angrenzen die dritte Fläche bestimme ganz frei, versuche aber die Komposition im Auge zu behalten.


Schritt 10 Die Ausarbeitung der Hauptstoffbereiche

Arbeite diese 3 Stoffbereiche sehr exakt und farbig heraus. Am Ende sollen die Stoffe natürlich einen kulturellen Bezug zum Kopf darstellen. Wenn Du das Gefühl hast, die drei von Dir bestimmten Areale reichen nicht aus, dann arbeite auch gerne wesentlich mehr des Stoffes aus.


„Der Gedanke zu scheitern, ist mir fremd.“

Marina Abramovic

So plötzlich, überraschend und schnell kommt man zum Portrait. Schön, dass Du durchgehalten hast. Der erste Kontakt mit dem Portrait ist immer ein wenig komplex. Erwarte hier nie zuviel. Am Ende macht’s wie immer die Übung! Wie erging es Dir mit dem Stoff? War der womöglich sogar noch komplizierter und schwerer? Lass uns in den Reflektionsfragen noch etwas mehr ins Detail gehen.

Reflektion

 1. Was fandest Du am Portrait besonders schwer? Oder war es gar nicht so schwierig wie gedacht? Bestimmte schwierige Bereiche, oft sind es Ohren, Nasen etc. kannst Du wunderbar auch ganz gesondert trainieren. Wie bist Du damit klargekommen, in der Dunkelheit des Gesichtes Plastizität zu verankern?

2. Was war für Dich am Stoff besonders schwierig? Was glaubst Du, woran das lag? Die drei Schwerpunkte im Stoff nehmen auf der einen Seite die Flächigkeit aus dem Stoff heraus. Was bewirken solche Schwerpunkte aber noch? Hättest Du sie nun nach Beendigung der Zeichnung doch lieber woanders hingesetzt?

3. Wie wirken für Dich Portrait und Hintergrund im Zusammenspiel? Bekommt der Portraitierte mehr Informationen? Wird er durch den Stoff zu eingeschränkt? Was fällt Dir ein?

4. Wenn Du nun einen Europäer portraitieren solltest, was könnte dann den Hintergrund füllen und was würdest Du damit aussagen wollen?

Habe eine wunderbare Woche, in der Du nicht nur wunderbaren Menschen begegnest sondern auch während der Begegnungen ihre Hintergründe studierst. Have fun!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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