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Zeichnen Basic #37: Background Landscapes

Lektion 37 Modul 8

Wochentraining "Zeichnen Basic"

Lektionen 36-40 Landschaften

Lektion 37:  Background Landscapes

Willkommen zur siebenunddreißigsten Lektion des Basiskurses „Zeichnen“.

Materialliste

  • 1 Bogen glattes Zeichenpapier, größer als DinA4 und kleiner als DinA3- Bleistifte
  • 2 Vorlagen

Landschaft kann viele Facetten haben. Landschaft hat oft mehrere Ebenen. In der heutigen Übung wollen wir uns ganz bewusst mit zwei Ebenen beschäftigen.

Zu diesem Zweck werden wir 2 Fotos kombinieren:

Ein Foto soll der realistische Bezugspunkt für die Landschaft als solche quasi das Background Landscape sein. Ein anderes Foto stellt den landschaftlichen Vordergrund dar. Diese beiden Ebenen gilt es zu kombinieren.

Landscapes
Landscapes

Das interessante an mehreren Bildebenen ist die Möglichkeit in verschiedenen Ebenen unterschiedliche Informationen oder Realitäten darzustellen. Die Kombination ergibt dann oft eine neue Gesamtbedeutung.

Hinzu kommt das Hinführen in eine extreme Weite, landschaftliche Weite im Sinne von Unendlichkeit, Erhabenheit und unendlicher Sehnsucht. Hier erreicht man seinen Betrachter auf einer wunderbaren emotionalen Ebene. Ist der Vordergrund, das Jetzt und Hier aber schön und begehrenswert genug, vermindert es die Sehnsucht in die Ferne. Hier entsteht die ewige Balance zwischen dem Nicht-Verlassen-Wollen und dem in-das-Ungewisse-Gehen-Müssen.

Damit sind wir in uralten menschlichen Themen, die wir alle kennen und die uns alle erreichen und berühren. Denke beim Zeichnen ein bisschen daran. Vielleicht manifestiert sich dadurch ein bisschen dieser Tragweite in Deiner Zeichnung.

Der Hintergrund

Wir starten auch tatsächlich mit der Hintergrundzeichnung.

Wichtig dabei ist natürlich, dass sich Vordergrund und Hintergrund unterscheiden, damit diese verschiedenen Ebenen wirklich deutlich werden. Klassischerweise können wir dabei die Funktionsweise unserer Wahrnehmung zugrunde legen. Je näher uns Realität ist, um so deutlicher ist sie, um so farbintensiver ist sie, um so kontrastreicher ist sie. Je mehr sich Realität entfernt um so undeutlicher wird sie, grauer und weniger kontrastreich.

Dieses Prinzip werden wir uns in dieser Aufgabe zunutze machen bzw. darauf werden wir uns beziehen.

Achte beim Hintergrund also tatsächlich darauf, dass Du eher hell arbeitest. Die Dunkelheit ist dem Vordergrund vorbehalten.

Setze keine exakten Linien, es sei denn sie sind sehr hell.

Desweiteren erarbeite nur die oberen 2 Drittel, das untere Drittel lasse einfach Weiß.

Schritt 1 Hintergrundskizze – Orientierung

Die erste Skizze dient der Orientierung, der Blatteinteilung. Gehe aber schon noch einen Schritt weiter und arbeite die Skizze – zwar schnell, aber doch – aus. Immer nur bezogen auf Linien.

Als Material verwende einen H-Bleistift.

Orientiere Dich nur an den oberen beiden Dritteln Deiner Vorlage und Deines Blattes.


Schritt 2 Schraffur der ganz hellen Bereiche

Bleibe bei dem H-Bleistift und schraffiere alle hellen Bereiche.

Arbeite bezogen auf Schraffur genauso wie in der letzten Übung. Die Schraffuren sollen sich also den realistischen Formen und Richtungen annähern.

Arbeite durchweg sehr hell.


Schritt 3 Schraffur der übrigen Bereiche

Schraffiere entsprechend die anderen Bereiche mit einem HB-Bleistift. Arbeite mit demselben Prinzip. Variiere durchaus in den unterschiedlichen Helligkeiten, aber bleibe insgesamt hell.


Schritt 4 Ein paar Linien und Details


Zum Abschluss des Hintergrundes setze noch ein paar Linien und Details.

Einzelne Linien können einfach nochmal Lebendigkeit in die Zeichnung bringen oder die Perspektive hier und da andeuten. Diese Linien und Details sollten durchaus lebendig und rasch sein.

Auch wenn sie teilweise akzentuiert sein können, gehe nicht über einen bestimmten Helligkeitsbereich hinaus.


Der Vordergrund

Nachdem Du den Teil für die Fernweh bereits geschaffen hast, kommt nun noch der Bereich, der Dich zu Hause halten möchte.

Nun kannst Du wieder aufdrehen. Nun brauchen wir wieder einen soliden Hell-/Dunkelkontrast, Detail, kraftvolle Linien usw.

Da du beim Hintergrund eher zart geblieben bist, kannst Du den Vordergrund an den Schnittstellen einfach darüber zeichnen.

Schritt 5 Vordergrundskizze – Orientierung

So wie Du vorher den Hintergrund anskizziert hast, um eine Orientierung auf dem Blatt zu erhalten, so verfahre auch jetzt mit dem Vordergrund. Dazu einige Hinweise:

  • Fang auch hier erstmal verhalten an, werde dann aber sehr viel akzentuierter und dunkler
  • Teilweise wirst Du über die Hintergrundskizze hinwegzeichnen müssen. Wirst Du den Vordergrund hier sehr deutlich setzen, wird er sich sehr stark vom Hintergrund abheben. Bleibst Du teilweise verhalten, verbinden sich Hintergrund und Vordergrund mehr. Am Ende kommt es darauf an, was Du möchtest. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur eine Absicht oder ein Ziel.

Schritt 6 Schwärzen

Skizziere alle Schwärzen, teilweise flächig, teilweise extrem an den realistischen Richtungen orientiert, wie auch in der letzten Woche. Arbeit extrem dunkel und versuche schnell zu sein.

Schritt 7 Details – Ausformulierungen – Schwerpunkte

Nun nimm Dir nach und nach alle Details aus dem Vordergrund hervor und schraffiere sie so aus, wie Du es letztes Mal gelernt hast.

Bei diesen Ausformulierungen, linear und als Schraffuren, versuche darauf zu achten, dass Du einen Bereich mehr herausarbeitest als die anderen, um so einen Schwerpunkt zu schaffen. Denn auch wenn wir mit 2 verschiedenen Ebenen arbeiten und so bereits den Blick leiten und lenken, können wir das innerhalb der einzelnen Bereiche natürlich auch machen. Um so komplexer wird eine Zeichnung.


Schritt 8 Akzente

Zum Abschluss schaffe einfach nochmal einige lineare Akzente im Vordergrund und bringe so noch einmal Lebendigkeit und Kraft ins Spiel.


 Hat es geklappt?

Es gibt viele verschiedene Landschaftsformen und nicht immer geht es um unterschiedliche Ebenen. Wenn Du andere Landschaften siehst, überlege immer mal wieder, welche anderen Ambitionen es gäbe, welche anderen Aussagen oder Gefühle. Landschaften bieten wesentlich mehr als ihnen heute in der zeitgenössischen Kunst noch zugestanden wird.

Reflektion

1. Haben die unterschiedlichen Bildebenen geklappt? Sind sie für Dich unterscheidbar? Wodurch? Wie könntest Du sie noch unterscheidbarer machen? Wie könntest Du die Ebenen mehr angleichen?

2. Wie hätte das Ganze in Farbe ausgesehen? Was hättest Du dann zusätzlich bearbeiten bzw. beachten müssen?

3. Hätte das Ganze auch geklappt, wenn Du den Vordergrund so zart erarbeitet hättest und den Hintergrund so massiv? Was wäre im Wesentlichen anders gewesen? Würde sich der Inhalt der Zeichnung ändern?

Habe eine wunderbare Woche mit einem anderen Blick auf die Landschaften, die Dich täglich umgeben.

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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