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Zeichnen Basic #30: Your personal Combi

Lektion 25 Modul 5

Wochentraining "Zeichnen Basic"

Lektionen 26-30 Objektkombis

Lektion 30: Your Personal Combi

Willkommen zur Lektion Nr. 30 des Basiskurses „Zeichnen“!

Materialliste

  • 1 Blatt DinA3 in weiß
  • Tesakrepp
  • Kaffee und weiße Wandfarbe oder Grundierung
  • Zewa oder einen alten Lappen
  • Bleistifte
  • 2-3 Buntstifte
  • breiter Flachpinsel
  • Tusche für den Hintergrund

Endlich endlich endlich bist Du selbst gefragt!

Baue Dir Deine ganz persönliche Gegenstandskombi!

Suche Dir drei Gegenstände und etwas, mit dem Du Deine Gegenstände möglichst aufregend zusammenbinden oder anderweitig zusammenfügen kannst. Die Gesamtkombi sollte nicht viel größer sein als auch die bisherigen Kombinationen. Wenn Du Deine Phantasie und Kreativität zu einem Höchstmaß ausgelebt hast, platziere Deine Installation auf einem hellen Hintergrund, suche Dir eine Lichtquelle (Schreibtischlampe o.ä.) und beleuchte Dein Objekt von einer Seite.

Dann soll es heute auch direkt losgehen...

Zuvor lass uns noch einmal überlegen, was sind eigentlich die wesentlichen Unterschiede zwischen den bisherigen Objektkombis und Deiner?

  • Deine eigene Idee steckt drin.
  • Statt schon von der zweidimensionalen Ebene auszugehen und in der Zeichnung natürlich in der zweidimensionalen Ebene zu bleiben, musst Du jetzt die Dreidimensionalität Deines Live-Objektes in die Zweidimensionalität übertragen. Das ist eine wunderbare zusätzliche Herausforderung!
  • Licht und Schatten spielen eine maßgebliche Rolle.
  • Du kannst das Objekt drehen, um Dir die beste Position auszusuchen.
  • Du kannst auch Deine Position bestimmen, indem Du Dich auf einen Stuhl setzt oder auf den Boden oder Du sitzt sogar weiter oben. Du hast also wesentlich mehr Möglichkeiten und die Komposition ist nicht schon weitestgehend von der Fotografie vorgegeben.

So auf geht’s – frisch ans Werk! Dein persönliches Kunstmaskottchen wartet auf Deine zeichnerische Umsetzung!

Die Übung

Schritt 1 Untergrund – ein Experiment

Der Untergrund soll ein Materialexperiment werden. Spanne zuerst Deinen Bogen Zeichenpapier auf eine feste Unterlage, z.B. einem Holzbrett, umlaufend mit Tesakrepp.

Anschließend rühre Dir löslichen Kaffee an, in einem Verhältnis von 2 Teilen Kaffee auf einem Teil Wasser. Trage diesen Kaffee auf ca. 50% Deines Blattes mit einem breiten Flachpinsel auf. Lasse ihn minimal antrocknen und trage anschließend schön fett deckend Deckweiß auf. Das kann Gouache sein, weiße Wandfarbe oder weiße Grundierung.

Sobald Du das Weiß aufgetragen hast, wische es mit einem Lappen oder Zewa wieder herunter. Dabei vermischen sich Farbe und Kaffee und es entstehen eigenwillige Strukturen.

Ein kleiner Tip: Wische viel der Farbe wieder herunter und modelliere einen RUHIGEN aber subtilen Hintergrund. Um so ruhiger und vor allem glatter er ist, um so besser kannst Du auf ihm zeichnen.

Gönn Dir bei dieser Arbeit etwas Zeit. Um so mehr Hintergründe Du in dieser Form machst, um so mehr wirst Du sie steuern können. Jede Technik benötigt eine Anlaufphase, um sie durchs Machen immer mehr zu begreifen.

Zeit: solange es dauert


Schritt 2 Die Vorzeichnung

Nun zeichne Dein Objekt, groß und formatfüllend, als Skizze.

Kümmere Dich um alle Details. Versuche Dein Objekt so groß zu zeichnen, dass es an 2-3 Rändern über den Rand hinausgeht bzw. zumindest den Rand berührt.

Arbeite mit lebhaften guten Linien von zart bis massiv von geführt bis schnell.

Zeit: rasch


Schritt 3 Zwei Farbstifte

In Schritt 3 arbeite mit 2 Farbstiften, möglichst mit eher dezenten, zurückhaltenden Farben, wie z.B. einem zarten Ocker und einem dezenten Blau oder mit ähnlichen Kombinationen.

Schraffiere einige Bereiche Deiner Zeichnung, maximal aber 40% mit diesen Buntstiften.

Ordne Farbflächen zu und schaffe auch Plastizität über Verläufe.

Zeit: 10-15 Minuten


Schritt 4 Der Hintergrund

Ziehe mit dem Bleistift und einem Lineal eine waagerechte Linie im Hintergrund Deines Objektes von links nach rechts.

Die obere Seite hinter dem Objekt färbe komplett mit dem Pinsel und einer Tusche Deiner Wahl ein, zu 100%.

Überlege Dir vorher, welche Farbe Deines Erachtens Sinn macht. Jede Farbe ist möglich. Aber ... verdünne sie nicht mit Wasser, trage sie pur auf!

Zeit: solange es dauert


Schritt 5 Dunkelheiten

Nun zeichne alle Dunkelheiten Deines Motivs extrem schwarz mit einem sehr weichen Bleistift.

Schraffiere leicht gestisch, setze aber da Begrenzungen, wo Du Klarheit brauchst.

Zeit: solange es dauert


Schritt 6: Die schattigen Flächen

Deine künstliche Beleuchtung wird Dir eine gute Licht- Schattensituation bescheren. Bearbeite in diesem Schritt alle sich im Schatten befindlichen Bereiche und versuche dabei recht übergreifend zu schraffieren.

Bezüglich des Materials hast Du die Wahl zwischen einem weichen Bleistift oder einem mittleren bis dunklen Farbstift.

Ein großzügiges übergreifendes Arbeiten mit z.B. langen schrägen parallelen Linien lenkt einen Teil der Bildaussage eben auf diesen Bereich. Scheinbar verfremdet so ein großzügig gesetzter Schritt, aber auf assoziativer Ebene klärt er sogar und die Realität wird wieder deutlicher.

Trau Dich!

Zeit: rasch – 1-3 Minuten


Schritt 7 Der Schwerpunkt

Nun suche Dir den Bereich heraus, den Du als Schwerpunkt herausarbeiten möchtest.

Es bieten sich zwei Herangehensweisen bei der Wahl an:

  1. Du schaust Dir Deine Zeichnung an und entscheidest, welcher Bereich aufgrund der bislang vorliegenden kompositorischen Situation sinnvoll ist.
  2. Oder Du richtest Dich nach Deinem Objekt und überlegst, welchen Bereich Du gerne als Schwerpunkt herausarbeiten möchtest.

Überlege Dir beim Betrachten Deines Objektes und Deiner Zeichnung, welcher Weg in diesem Moment am meisten Sinn macht.

Arbeite mit dem Bleistift, gehe sehr ins Detail und schließe die Zeichnung ab.

Zeit: solange es dauert


 Bravissimo!

Wenn man sich selbst ein Objekt – in diesem Fall – zusammenbaut, ist die nachträgliche Betrachtung immer recht spannend, weil man plötzlich versteht, inwieweit die Objektsuche zeichnerisch sinnvoll war oder nicht. Am Ende fängt die Qualität einer Zeichnung bereits mit der Entscheidung für eine zeichnerische Vorlage an. Das kann ein Objekt sein, ein Ausschnitt, ein Thema, ein Ort usw.

Die Betrachtung der Zeichnung bei unseren Reflektionsfragen wird auch unter diesem Aspekt eine gewichtige Rolle spielen. Also lass uns einen Blick auf ebendiese werfen und Deine Zeichnung unter verschiedenen Aspekten diskutieren.

Reflektion

1. Die erste Frage ist im Grunde genommen die bereits Angekündigte. Hat sich die Wahl oder Kreation Deines Gegenstandes bewährt?Waren genügend Aspekte da, die sich zeichnerisch umsetzen ließen oder war es am Ende eher schwer ihn zeichnerisch zu fassen? Welche Aspekte waren es im Einzelnen?

2. Was kannst Du zur Qualität Deiner Zeichnung sagen? Wo liegen die Bereiche, die Du richtig gut findest? Gibt es andere, die nicht so gut sind und warum?

3. Hättest Du bei einem erneuten Durchlauf ein anderen Objekt gewählt oder kreiert? Hättest Du bestimmte Schritte der Übung lieber gegen andere ausgetauscht? Hinterher ist man immer schlauer, manchmal aber auch einfach nur vorsichtiger und weniger risikobereit.

Freue Dich in der nächsten Woche auf ein neues Thema, welches Dir hoffentlich genauso viel Spaß machen wird wie die bisherigen!

Habe eine genussreiche Woche!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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