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Zeichnen Basic #22: Gorillas!

Lektion 27 Modul 6

Wochentraining "Zeichnen Basic"

Lektionen 21-25 – Von Nüstern und Hundeaugen: Tierköpfe und -gesichter

Lektion 22: Gorillas nicht im Nebel

Willkommen zur zweiundzwanzigsten Lektion des Basiskurses „Zeichnen“!

Materialliste

  • 1 Blatt A3 in weiß und 1 Blatt A3 in schwarz (was immer Du auftreiben kannst)
  • Bleistifte
  • dezenter Farbstift
  • weißer Farbstift oder weiße holzeingefasste Kreide

Nach den wunderbaren Hunden in der letzten Lektion kommen wir nun zu einer neuen Spezies, die uns immer schon extrem fasziniert. Gorillas!

Wie oft waren Gorillas bereits Thema sagenhafter Filme, Bücher und Geschichten. Ich selbst erinnere mich immer wieder gerne zurück an die Zeichenseminare während meines Studiums bei Rolf Escher, wie z.B. Zeichnen im Zoo. Wie oft haben wir im Affenhaus gesessen, wie oft vor den Gorillas, wie oft ist einer der Gorillas gegen das Panzerglas gesprungen, dass es nur so erzitterte und wie oft haben wir in ihre traurigen Augen geschaut.

Gorillas faszinieren, ihre Kraft, ihre Dunkelheit, ihre Sanftheit. All das äußert und zeigt sich im Gesicht. Deswegen können wir diese Aufgabe voller Freude angehen.

Was sind aber visuelle Eigenschaften dieser wunderbaren Geschöpfe?

  • die großen schwarzen Nasenlöcher und die Form der Nase
  • die dicken Wülste über den Augen
  • die diversen Falten
  • Stellen mit Fell und ohne
  • starker Hell-Dunkel-Kontrast
  • die sanften Augen
  • die Plastizität des Mundbereiches (ich merke, ich scheue mich „Schnauze“ zu schreiben).

Heute wollen wir gleich zwei verschiedene Zeichnungen in 2 Übungen angehen. Für die erste Zeichnung bekommst Du eine Abfolge von Schritten, wie Du es inzwischen gewohnt bist. Danach bekommst Du eine Empfehlung für eine zweite Zeichnung.

Nun lass es uns angehen! Such Dir eines der Fotos aus und starte direkt mit Schritt Nummer 1.

Gorilla
Gorilla
Gorilla
Gorilla

"The more you learn about the dignity of the gorilla, the more you want to avoid people."

Dian Fossey

Übung 1

Schritt 1 Die Skizze

Fang ganz klassisch an. Mach eine leichte Skizze mit einem eher harten Bleistift, je nach Papier mit einem H- oder HB-Bleistift. Arbeite mit suchenden Linien. Wenn Linien falsch sind, korrigiere sie direkt mit neuen Linien.

Wenn Du Dir mit Deiner Form sicher bist, überarbeite die Skizze mit einem etwas weicheren Bleistift, HB bis 2B.

Setze die richtigen Linien also neu, denke aber daran, dass Du die Striche unterschiedlich dick machst, mal sehr zart und mal kraftvoll. Ändere auch das Tempo, arbeite teilweise sehr rasch und teilweise kontrolliert.


Schritt 2 Die absolute Schwärze

Nun setze Schwärze mit einem 7B oder 8B-Bleistift.

Alles was dunkel ist, zeichne gestisch, dunkel und mit Kraft. Zeichne zwar mit Kraft aber bleibe trotzdem in der Form.

Nach diesem Schritt sollte der Gorilla im Kern bereits vorhanden sein. Wahrscheinlich ist es an diesem Punkt fast eine klassische Ton-Trennung.


Schritt 3 Das Fell

Nun kümmere Dich um das Fell. Schraffiere so wie das Fell tatsächlich auch verläuft.

Erarbeite nicht das komplette Fell, 30-40% sind genug.


Schritt 4 Augen, Nase, Mund

Dieser Schritt ist den Sinnesorganen gewidmet. Sofern sie nicht eh schon da sind, erarbeite diese nun möglichst genau mit Bleistiftstärken Deiner Wahl.

Gerade im Bereich des Mundes achte auf die Plastizität. Der Mundbereich wölbt sich sehr nach vorne.


Schritt 5 Eine leichte Tönung

Wenn Du auf „Deinem“ Gorilla irgendwo eine leichte Tönung entdecken kannst, setze sie bitte ganz verhalten mit einem sehr dezenten Farbstift als Schraffur ein.

In diesem Schritt geht es nur darum, das extreme Schwarz/Weiß etwas zu brechen.


Schritt 6 Der Abschluss

Im letzten Schritt schaue Dir Deine Zeichnung erst einmal nur in Ruhe an. Hast Du nach eigenen Maßstäben das Gefühl, irgendwo stimmt etwas noch nicht so ganz genau, dann ergänze Deine Zeichnung um genau diese Punkte und schließe sie ab!


Übung 2

Die zweite Übung soll analog zur ersten gemacht werden. Allerdings arbeite dieses Mal mit einem weißen Farbstift auf schwarzem Papier.


 Damit hast Du auch das zweite animalische Portrait Deiner Begierde geschafft!

Machen Dir die Tierportraits Spaß? Was denkst Du ist der wesentliche Unterschied, sich statt nur der Portraits auch den ganzen Tieren zuzuwenden? Es wäre ja grundsätzlich ein genauso denkbares Thema gewesen?

Ein Portrait ist natürlich auch wandelbar, über die Mimik. Aber im Grunde bleibt so ein Kopf sehr formstabil.

Wenden wir uns den ganzen Tieren zu, dann kommt plötzlich Bewegung ins Spiel. Die Form ist wandelbar und verändert sich ständig. Die richtige Bewegung als solches gibt so viel Aufschluss über das Tier.

Vergleichen wir es mit dem Aktzeichnen, dem menschlichen Körper, dann sehen wir, dass selbst das Zeichnen des Halses mit Anbindung an Kopf und Körper bereits Aufschluss gibt über die Kopfposition und Körperhaltung. Wenden wir uns also den ganzen Tieren zu, müssen wir sie um ein Vielfaches mehr studieren, um sie tatsächlich zu begreifen. Trotzdem solltest Du Dich nicht scheuen, auch dieses Thema irgendwann anzugehen.

Stephan Geisler

Reflektion

1. Findest Du Dein Gorilla ist wirklich ein Gorilla? Was macht ihn zu ebendiesen bzw. was fehlt ihm noch?

2. Ist dieser starke Hell-Dunkel-Kontrast bei allen Tieren so wichtig oder besonders beim Gorilla? Bei welchen Tieren könnte er auch eine Menge ausmachen bzw. was bewirkt er beim Gorilla?

3. Könntest Du Dir vorstellen, so einen Gorillakopf irgendwann auch einmal ganz groß zu zeichnen, sagen wir 70x100 cm? Was würdest Du mit einer solchen Größe zusätzlich erreichen?

Wir wünschen Dir bis zum nächsten Mal noch mehr tierische Begegnungen, davon kann man einfach nicht genug bekommen!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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