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Acryl Basic # 8: Kohlrabissimo

Lektion 8 Modul 2

Wochentraining "Acrylmalerei Basic"

Lektionen 6-10 – Linien in der Malerei

Lektion 8: Kohlrabissimo!

Kohlrabi

Bislang haben wir die Linie in der Malerei eher in einem sehr freien Ansatz eingesetzt. Linie als Ergänzung zu malerischen Konstrukten und Prozessen. Linie in klassischer Form finden wir eher in der Zeichnung, z.B. als Kontur. Diese Kontur wollen wir diese Woche erforschen. Wir wollen Form schaffen. Form, die sich auf ein reales Objekt bezieht.

Die heutigen Objekte sind ein bis drei einfache Kohlrabi. Ein Kohlrabi hat den wunderbaren Vorzug aus drei verschiedenen Formen zu bestehen, dem runden Korpus, die dünnen Stiele und die Blätter. Das sind unsere formgebenden Grundlagen in dieser Lektion.

„Das Auge sieht, was es sucht!“

Max Slevogt

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Die Übung

Um Dich auch ein bisschen mehr dem Thema Komposition zu widmen, kannst Du heute eine wunderbare Vorübung machen.

Lege Deine drei Kohlrabi auf einen hellen Untergrund, drapiere sie und mache ein Foto, dann ein weiteres und einige mehr. Suche immer wieder neue Ausschnitte und Perspektiven. Drapiere immer wieder neu und mache neue Fotos. Wiederhole diesen Schritt so oft Du möchtest.

So fängst Du an, Motive zu sammeln, die Du auch immer wieder für neue Malprozesse verwenden kannst.

Suche Dir 8 Motive heraus, drucke sie aus und ordne sie später deinen leeren Blättern zu, um während des Malprozesses nicht den Überblick zu verlieren. Pro Blatt benötigst Du ein Foto.

Heute brauchst Du 2 große Bögen, die Du in gewohnter Manier viertelst und umlaufend mit Tesakrepp aufklebst. Also stehen uns 8 Viertel zum Bearbeiten zur Verfügung.

Materialliste

  • 2 große Bögen Hahnemühle Kupferdruckbütten, 300g, (54x78 cm) gerissen in 4 Viertel
  • Rotes und schwarzes, Sennelier-Ölpastell – ca. 20x2 cm- ggf. rote und schwarze, „normale“ Ölkreide
  • Löslicher Kaffee
  • Diverse Pinsel
  • Diverse Acrylfarben
  • weicher Bleistift (6B-8B)

Schritt 1 Magenta Untergrund

Starte damit alle Bögen magentafarben zu grundieren. Zu diesem Zweck vermische die Farbe etwas mit Wasser und trage sie flächig mit einem Flachpinsel auf.


Schritt 2 Rote Linien

Nun mache mit einem weichen Bleistift (6B-8B) von Deinem Foto eine Zeichnung. Skizziere jeweils den Körper, die Stiele und die Blätter, so wie Du sie auf dem Foto siehst.

Dabei ist folgendes wichtig zu verstehen: Nicht jeder, der hier an diesem Punkt steht, kann zeichnen oder hat schon gezeichnet. Das ist auch nicht notwendig. Diejenigen, die schon gezeichnet haben, werden mit ihrem Ergebnis näher an der Realität sein. Diejenigen, die noch nicht gezeichnet haben, werden weiter von der Realität entfernt sein. Im Moment geht es allerdings eher darum, sich an der Realität zu orientieren, um zu neuen Formen zu kommen.

Mach Dir also keine Sorgen, wenn Deine Formen womöglich nicht so aussehen wie echte Kohlrabi, das ist nicht das Ziel.

Hast Du die Bleistiftskizze fertig, zeichne sie noch einmal mit roter Kreide nach. Arbeite sehr akzentuiert. Mache manchmal dünne Linien aber auch viele eher dicke Linien. Wir sind erst im zweiten Schritt und wir wissen noch nicht, wieviel von den Linien am Ende übrig bleibt. Du musst also nicht sparsam sein.


Schritt 3 Kaffee

Rühre Dir mal wieder eine Kaffeepampe an aus 3-4 Teilen löslichem Kaffee und einem Teil Wasser und trage diese Mischung mit einem breiten Flachpinsel flächig auf. Bearbeite die Blätter zwischen 30% und 100%.


Schritt 4 schwarze Linien

Nun arbeite mit schwarzen Kreidelinien, mit der Sennelierkreide und/oder mit der anderen schwarzen Ölkreide. Bearbeite die Blätter in unterschiedlicher Art und Weise:

2 Blätter: Ziehe einige Konturen massiv nach

2 Blätter: Setze in die obere Hälfte kurze akzentuierte Linien (Stippen), unabhängig von den Formen der Kohlrabi. Dies soll ein gänzlich freier Schritt sein. Sei mutig und setze wirkliche Akzente! Hier und da können sie auch etwas dichter ausfallen.

2 Blätter: Zeichne unabhängig von der Vorlage zwei neue Kohlrabi in jeweils beide Blätter.

2 Blätter: Setze einfach einige freie dunkle Linien auf beide Blätter, massiv und über beide Blätter verteilt, nach eigenem Gutdünken.


Schritt 5 Malerei in Grün

Nimm Dir 5 verschiedene Grüntöne. 2 Grüntöne nimm direkt aus der Tube, pur, leuchtend und unvermischt! Die anderen 3 Grüntöne mische aus jeweils verschiedenen Gelb- und Blautönen. Wenn Du Gelb und Blau mischst, erhälst Du immer Grüntöne. Sei kreativ, probiere verschiedenste Mischungen aus. Mischen ist die wunderbare Grundlage der Malerei. Genieße es!

Wenn Du Dir eine aufregende Palette an Grüntönen zusammengestellt hast, bringe diese malerisch auf Deine Blätter. Bearbeite mit den Grüntönen circa 50% der Kohlrabi und 20% der Hintergrundflächen.

Bearbeite möglichst nicht mehr in den Bildern, damit die Untergründe an vielen Stellen durchscheinen können.


Schritt 6 Linien in Grün und Magenta und Weiß und Kaffee

Nun setze pro Bild neue Linien, dieses Mal mit Acryl-Farbe. Auf zwei Blättern in Grün, auf zwei Blättern in Magenta, auf zwei Blättern in Weiß und auf zwei Blättern mit Kaffee.

Da wo viele Konturen verschwunden sind, setze neue. Beziehe Dich dabei auf die Realität Deiner Fotos. Aber setze diese Linien nicht auf den ganzen Blättern ein, sondern immer nur auf einem Teil.


Schritt 7 Ein letzter Grünton

Zum Schluss setze jeweils an einer Stelle im Bild noch einmal einen Grünton, der bislang noch nicht vorgekommen ist. Er sollte entweder kräftig oder eigensinnig sein. Es kann eine kleine Stelle im Bild sein...


 Bravo!

Und wieder hast Du einige neue Erfahrungen machen können!

Sicherlich ist jede Übung eine kleine Herausforderung. Wie sind Deine Bilder geworden? Bist Du zufrieden? Bist Du überrascht?

Wenn Du magst, gib uns gerne ein kleines Feedback, wie Du bislang mit den Übungen klarkommst.  Wir wissen, dass die Anfänge in einer eher freieren oder prozessorientierten Malerei immer etwas schwierig sind. Oft muss man Mut beweisen und meistens gibt es kein wirkliches „richtig“ und „falsch“. Ab einem gewissen Punkt beginnt man, diesen Fakt immer mehr herbeizusehnen.

Weiter so!

Reflektion

1. Sortiere Deine Blätter chronologisch nach gefühlter Qualität.

2. Warum ist das für Dich Beste tatsächlich das Beste?

3. Welche drei Blätter würden als kleine Serie sehr gut zusammenpassen und warum?

Nun gehe in eine sonnige Woche, genieße die vielen Schritte in eine malerische Freiheit! In diesem Sinne habe eine gute Zeit!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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