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Acryl Basic #22: Viele kleine Landschaftsausschnitte

Lektion 22 Modul 5

Wochentraining "Acrylmalerei Basic"

Lektionen 21-25 – Easy Abstract Landscapes

Lektion 22: Viele kleine Landschafts-Ausschnitte

Materialliste

  • 2 ganze Bögen Hahnemühle Büttenpapier 56x76 cm, 300 g, jeweils geviertelt und die Viertel zu Quadraten gerissen.
  • Katzenzungen-Borstenpinsel verschiedene Breiten für die malerischen Schritte
  • Breite Flachpinsel
  • Capaplex oder Acrylemulsion
  • Diverse Acrylfarben
  • Löslicher Kaffee
  • Sennelier-Ölpastelle

Heute wollen wir uns der Landschaft einmal einem anderen Wege zuwenden.

Machst Du ein Foto von einer Landschaft, so wirst Du den Ausschnitt in der Regel so ausrichten, dass es Deinen Sehgewohnheiten entspricht, so dass auf jeden Fall bestimmte Dinge auf dem Foto auftauchen, Du einen ganz bestimmten Blickwinkel einnimmst usw.

Selbst wenn Du sagst, Du möchtest nur Ausschnitte einer Landschaft fotografieren, wirst Du ähnlich arbeiten. Du wirst gezielt schauen, Deinem ästhetischen Prinzip entsprechend, gemäß Deiner Sehgewohnheiten. Du wirst kaum Ausschnitte wählen, die Dir nicht „zusagen“ oder Deiner Sichtweise nicht entsprechen. Du wirst nicht das Gefühl eines zufälligen Ausschnitts vermitteln können, wenn Du professionell visuell arbeitest.

Darum soll es in dieser Übung aber genau gehen.

Du findest in dieser Übung 8 quadratische Ausschnitte von Landschaftsfotos, die ich irgendwann zwischendurch gemacht habe. Sie sind bewusst etwas unschärfer, um den Effekt der Verfremdung zu verstärken.

Diese Fotos entsprechen im besten Fall nicht den Ausschnitten, die Du gewählt hättest und sind nun Deine Vorlagen für 8 quadratische Büttenbögen.

Zu diesem Zweck viertele Deine 2 großen Bögen so wie immer und aus den 8 Vierteln mache 8 Quadrate im größtmöglichen Format.

Die Ausschnitte haben etwas Zufälliges, Ausschnitte dieser Art verfremden oft dadurch, dass realistische Informationen verknappt werden, oder sogar die Schlüsselinformationen fehlen, die die wichtigen Hinweise geben, in welche Richtung wir überhaupt denken sollen oder müssen.

Die Frage ist, was bleibt? Und genau das gilt es herauszufinden. Werden wir es schaffen, da wir malerisch auch noch einmal verfremden, überhaupt noch einen Hinweis auf die ursprüngliche Realität aufzubauen?

Ein spannendes malerisches Experiment!

Landschaft
Landschaft
Landschaft
Landschaft
Landschaft
Landschaft
Landschaft

Lass es uns starten! Happy Ausschnitt!

Schritt 1 Acht Grundierungen

Zuerst geht es darum, Deine Blätter zu 95% mit einer Farbe zu grundieren.

Nimm pro Bild eine andere Farbe und versuche vorher zu überlegen, was diese Farbe in dem jeweiligen Bild bewirken könnte.

Hier einige Beispiele:

  • Schwarz würde dem Bild später sehr viel Tiefe verleihen.
  • Magenta stünde eher für Leuchtkraft.
  • Ein Gelb würde im Hintergrund scheinen.
  • Ein dezenter Ton würde das Bild eher vorsichtig vereinheitlichen.

Zeit: solange es dauert, aber rasch


Schritt 2 Sennelierskizze

SkizzeNun setze auf jedes Blatt eine Skizze mit einem knallroten Sennelier-Ölpastell.

Versuche alles zu skizzieren, was Du an Form und Linie und Begrenzung entdecken kannst.

Arbeite mit gestischen akzentuierten Linien und versuche Dich trotzdem an der Realität zu orientieren!

Zeit: 2 Minuten pro Bild


Schritt 3 Dunkelheiten

In diesem Schritt setze malerisch alle dunklen Stellen, die Du entdecken kannst! Nimm entweder ein tiefes Schwarz oder ein sehr dunkles Violett. Du kannst von Blatt zu Blatt variieren.

Zeit: 1-2 Minuten pro Bild


Schritt 4 Lasur - Grundierung

Nun mische Dir pro Blatt eine andere Lasur mit Capaplex an. Diese soll transparent und trotzdem sichtbar sein. Die Farbe soll sich jeweils auf die Farbe der Grundierung beziehen. Es soll nicht dieselbe Farbe sein, sondern eine Ähnliche oder Verwandte. Mit dieser Lasur bearbeite jedes Blatt zu ca. 60% mit einem breiten Pinsel, rasch und gestisch und flächig.

Zeit: solange es dauert


Schritt 5 Lasur mit Kaffee

Sobald Schritt 4 getrocknet ist, setzen wir noch eins „drauf“. Es geht um eine unserer üblichen Kaffeelasuren. Du hast Die Wahl, wie stark Du diese Lasur einsetzt, zwischen 20% und 80%. Sie sollte nicht so superdunkel aber durchaus sichtbar sein und flächig mit einem eher breiten Flachpinsel aufgetragen werden.

Zeit: solange es dauert


Schritt 6 Drei Spezialfarben

Nun bestimme pro Bild 3 besondere Farben, die nur an eine oder zwei Stellen auftreten bzw. Dir aus irgendeinem Grunde wichtig sind! Diese Farben mische Dir pro Bild sehr realistisch an und setze sie malerisch an den Stellen ein, an denen sie auf dem Foto auftauchen.

Zeit: 1-2 Minuten pro Bild ohne Mischen


Schritt 7 Vier Bildfarben

In diesem Schritt hast Du etwas Mischarbeit. Scheue sie nicht, sondern nimm Dir Zeit und genieße sie.

Mische Dir pro Bild einen Farbakkord an, der sich auf das Bild bezieht. Wenn Fotos farblich ähnlich sind, kannst Du in dem Fall natürlich auch die gleichen Farben in den jeweiligen Bildern verwenden.

Folgende Farben brauchst Du jeweils pro Bild:

  • eine intensive Farbe (ungemischt)
  • eine gedeckte Farbe
  • eine dunkle Farbe
  • eine Farbe Deiner Wahl

Bearbeite Deine Bilder mit dem jeweiligen Farbakkord malerisch in einem Anteil von ca. 40%.

Zeit: 5 Minuten pro Bild ohne Mischen


Schritt 8 Helles

Zum Abschluss setze die hellen Stellen des jeweiligen Bildes mit einer extrem hellen Farbe Deiner Wahl oder mit einem deckenden Weiß, knackig und akzentuiert, bei Bedarf auch flächig!

Zeit: 3-6 Minuten pro Bild ohne Mischen


 Uff! Ausschnitte geschafft?

Nun suche Dir eine leere Wand und hänge die Arbeiten immer mit etwas Abstand als Block an die Wand! Passen die Arbeiten zusammen? Brauchst Du eine bestimmte Reihenfolge? Tausche die Arbeiten solange aus, bis dass Du das Gefühl hast, die Reihenfolge der Arbeiten passt!

Reflektion

1. Was glaubst Du, warum Du Dich am Ende für die Reihenfolge entschieden hast, die nun an Deiner Wand hängt?

2. Funktionieren diese Arbeiten als Block oder würdest Du sagen, weniger wären besser, weil ggf. sonst die Wiederholung zu stark ist? Probiere auch andere Konstellationen aus, z.B. 3er oder 4er Gruppen.

3. Sortiere die Arbeiten chronologisch nach gefühlter Qualität. Warum ist die beste Arbeit die Beste und die Schlechteste die Schlechteste? Kannst Du es begründen? Findest Du Kriterien?

Ist es nicht erstaunlich, wie viele neue Ansätze es immer wieder gibt und wie wichtig diese vielen Ansätze sind? Nur so können wir immer wieder neue Blickwinkel einnehmen und dazulernen.

Wenn Dir die Übung gefallen hat, bearbeite doch in derselben Reihenfolge mal drei Leinwände z.B. in 80x80cm. Wenn Du das Gefühl hast, die Schritte reichen nicht aus um ein Bild auf Leinwand abzuschließen füge noch einige freie Schritte an, ohne Deine rasche Arbeitsweise zu ändern.

Nun genieße Deine Woche und freue Dich schon jetzt auf die nächste Aufgabe in der kommenden Woche!

Sei ganz herzlich gegrüßt!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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