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Acryl Basic #12: Reddies!

Lektion 12 Modul 3

Wochentraining Acrylmalerei – Basic

Lektionen 11-15 – Monochromes

Lektion 12: Reddies – rotrotrot

Materialliste

  • 2 große Bögen Hahnemühle Kupferdruckbütten, 300g, (54x78 cm) jeweils gerissen in 4 längliche Viertel
  • Löslicher Kaffee- Capaplex und/oder Acrylemulsion
  • Diverse Pinsel
  • Diverse Acrylfarben

Nachdem Du in der letzten Woche eine eher schwere Aufgabe hattest, kommt jetzt eine, die wahrscheinlich primär Spaß macht.

Immerhin geht es um die Farbe Rot, das Feuer, die Liebe, die Hölle, das Signal .... und letztlich die Lieblingsfarbe vieler.

Rot ist eine sehr intensive Primärfarbe in seiner puren kräftigen Form.

Bei Rot trennt sich der Farbkreis in kalte und warme Farben. Auf der warmen Seite driftet es zum Orange. Zwischen Orange und Rot befindet sich noch das Zinnober. Das ist im Farbkreis der dunkelste Orangeton oder der hellste Rotton.

Auf der kalten Seite driftet es zum violett, also eher in den kühlen Bereich. Hier ist Magenta die Übergangsfarbe.

Etwas Violett zum Magenta, schon wird es eher ein Violett-Ton. Etwas Rot hinein und schon driftet es mehr zum Rot.

Damit hätten wir die grobe Palette der intensiven Rottöne abgesteckt. Aber es gibt ja auch noch die gedeckten Rottöne.

  1. Rottöne kannst Du abdunkeln. Dann geht das Rot schnell in einen mystischen Bereich, manchmal wird es etwas bräunlich.
  2. Hellst Du Rottöne eher etwas mit weiß auf, driftet es sehr schnell in den Rosé-Bereich hinein.
  3. Und dann kannst Du natürlich auch allen Rottönen die Intensität nehmen, indem Du die Komplementärfarbe dazumischst, also alle Art von Grüntönen.
  4. Uuuuuund .... und am Ende kannst Du alle eigenwilligen Mischungen ausprobieren und die eigenwilligsten Rottöne oder rötlichen Töne ermischen.

Wenn Du magst, probiere gerne ein paar Mischungen aus! Ansonsten geht es heute relativ schnell zur Sache.

Das Format ist heute etwas besonders. Wir benötigen zwei große Blätter, aber längliche Viertel. Das bedeutet: Die großen Blätter halbierst ganz normal. Die Hälften halbierst Du wieder, aber nicht normal, sondern längs!

In der Übung bearbeite vier Blätter als Hochformat und vier Blätter als Querformat.

„ Ich denke an nichts, wenn ich male, ich sehe Farben.“

Paul Cézanne

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Die Übung

Schritt 1 Grundierungen in veschiedenen Rot

Der erste Schritt ist in der Ausführung ein leichter.

Jedes einzelne Blatt soll zu 95% in rot grundiert werden. Das Rot kannst Du etwas mit Wasser vermischen, damit es geschmeidiger wird, aber nicht unbedingt an Kraft verliert.

Allerdings soll jedes Blatt in einem anderen Rotton grundiert werden.

Sicherlich kannst Du einige pure Rottöne nehmen, aber einige solltest Du auf jeden Fall auch ermischen. Das heißt, der erste Schritt beinhaltet bereits eine schöne Auseinandersetzung mit der Farbe Rot.

Zeit: solange es dauert


Schritt 2 Schwarz

Nun geht es um Schwarz, pures sattes Schwarz. Gehe auf die Suche nach guten Schwarztönen, tief, dunkel und satt.

Ich empfehle an dieser Stelle immer das Lampenschwarz von Amsterdam und das Process-Black von System 3.

ch empfehle an dieser Stelle immer das Lampenschwarz von Amsterdam und das Process-Black von System 3.

Bearbeite Deine Blätter folgendermaßen:

Blatt 1 und 2:

Setze waagerechte tendenziell gestische Linien.

Ein Blatt bearbeite sehr gleichmäßig und regelmäßig von oben nach unten. Das das bearbeite zweite etwas freier in der Aufteilung des Blattes.

Blatt 3 und 4:

Setze mit einem eher breiten Flachpinsel (5-8 cm) schnelle gestische Spuren, die sich durchaus auch zu einer Fläche verdichten können und sollen.

Arbeite rasend schnell, also eher unkontrolliert und versuche jeweils ca. 50% des jeweiligen Blattes zu bearbeiten.

Blatt 5 und 6:

 Nimm einen eher kleinen Pinsel und hinterlasse auf den Blättern eher punktuelle kleine Spuren. Überlege Dir, wie viele Du setzt, wo Du sie verdichtest usw.

Blatt 7 und 8:

Mache, was immer Du möchtest.

Zeit: 8 Minuten für alle Blätter


Schritt 3 Kaffee

Nun mische Dir wieder eine gute Kaffeekonzentration an. Kaffee und rot funktioniert sehr gut zusammen. – 3-4 Teile löslicher Kaffee und 1 Teil Wasser – Arbeite eher flächig mit einem Flachpinsel. Versuche trotzdem nicht kantig zu arbeiten. Das passiert sehr schnell, wenn man den Pinsel nicht vielfältig bewegt.

Bearbeite ein Blatt zu 90%, ein anderes zu 10%. Die anderen Blätter sollten sich irgendwo dazwischen bewegen.

Zeit: 8 Minuten für alle Blätter


Schritt 4 Malerei mit 5

Stelle Dir 5 Rottöne zusammen, gemischte und ungemischte und male frei. Hinterlasse also Spuren und Pinselstriche, die zum Teil so stehenbleiben, wie Du sie setzt, die sich zum Teil aber auch auf dem Bild zu neuen Farben vermischen.

Blatt 1: Arbeite primär in der oberen Hälfte

Blatt 2: Arbeite primär in der rechten Hälfte

Blatt 3: Arbeite primär in der Mitte des Blattes

Blatt 4: Arbeite primär in der linken oberen diagonalen Hälfte

Blatt 5: Arbeite primär im unteren Drittel

Blatt 6-8: Arbeite wo immer Du möchtest

Zeit: 10-12 Minuten ohne Mischen


Schritt 5 Lasuren

Nun setzen wir noch einmal eine Lasur, wenn alles gut durchgetrocknet ist.

Setze wieder 8 Lasuren an, eher in überschaubaren Mengen, mit Capaplex und/oder Acrylemulsion als Bindemittel. Sie sollen auf jeden Fall transparent sein, aber eben auch als Farbfilm sichtbar.

Die Mischungen musst Du je nach Farbe und Farbton immer wieder neu ausprobieren. Da alle Farben anders zusammengesetzt sind, gibt es hier keine einfache Grundregel.

Überarbeite Deine Arbeiten mit den Lasuren zwischen 30 und 60%.

Zeit: solange es dauert


Schritt 6 Malerei mit 3

Wenn Deine Arbeiten getrocknet sind, kommt wieder ein malerischer Schritt, dieses Mal mit einem dunklen Ocker (gerne ein herkömmliches Ocker, welches Du entsprechend durch Mischen verfeinerst.), ein helles Kastanienbraun und Weiß.

Nimm pro Blatt alle Farben, oder auch mal nur eine oder zwei. So wie es in Deinen Augen am besten passt.

Bearbeite maximal 30% eines jeden Blattes!!

Zeit pro Blatt: 8-10 Minuten ohne Mischen


Schritt 7 Free

Der letzte Schritt ist ein absolut freier Schritt. Wenn Du das Gefühl hast, das eine oder andere Blatt kann noch etwas vertragen, setze diesen Schritt optional ein.

Einzige Bedingung: Nimm keine andere Farbe außer Rot, Schwarz, Weiß oder Bräunliches. Also das was eh schon vorkommt, ggf. auch als Kreide.

Zeit pro Blatt: solange es dauert


Siehe Dir in der Slideshow an, wie ein paar Ergebnisse aussehen könnten:


 Red, redder, reddest!

 Wie sind die Blätter geworden? Wie rot sind sie tatsächlich? Bist Du zufrieden?

Hefte die Blätter irgendwo an die Wand und kümmere Dich, bevor Du sie direkt verschenkst oder einrahmst, um die kleinen Reflektionsfragen.

Reflektion

1. Welche 2 Blätter bilden jeweils ein gutes Paar zusammen?

2. Was glaubst Du sollten die Einschränkungen in Schritt 4 bewirken?

3. Was wäre in der Arbeitsweise anders bei ganzen ungeteilten Büttenbögen?

Habe eine wunderbar farbige Woche und genieße jeden Moment!

Gehab Dich wohl!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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