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Acryl Basic #39: Der Stern der Gestaltung

Lektion 39 Modul 8

Wochentraining "Acrylmalerei Basic"

Malerei Basic Lektionen 36-40 – Zeitweise Schablone

Lektion 39: Der Stern der Gestaltung

Materialliste

  • 1 großer Bogen Hahnemühle Büttenpapier (56x78cm), geviertelt.
  • Katzenzungen-Borstenpinsel, verschiedene Breiten für die malerischen Schritte
  • Breite Flachpinsel
  • Diverse Acrylfarben
  • Sternschablone – siehe Aufgabenstellung
  • Acrylspray, diverse Farben

Und wieder kommt eine Lektion, in der es um Schablonen geht. Und wieder ändert sich das Prinzip der Schablone. Wie gut, dass die Möglichkeiten niemals ausgehen. Lass uns direkt ins Detail gehen und die einzelnen Facetten dieser Lektion beleuchten.

Das Motiv: Als Motiv brauchst Du heute 4 Gegenstände Deiner Wahl, Life-Gegenstände aus Deinem Haushalt, Deinem Umfeld – grundsätzlich steht tatsächlich alles zurVerfügung. Es gibt grundsätzlich nichts, was nicht geht. Allerdings gibt es schon ein paar Anforderungen:

  • -Der Gegenstand sollte nicht zu gerade sein, kastenartig oder perspektivisch.
  • Stattdessen sollte er eher organisch sein, rundlicher.
  • Er sollte eine Grundkomplexität besitzen, also nichts zu Simples. Du brauchst in der Malerei schon auch immer Informationen, auf die Du Dich beziehen kannst. Kompaktheit ist von Vorteil.
  • Er sollte nicht einfach bunt sein, Farbigkeit ist aber absolut wünschenswert.
  • Hier einige Beispiele:
    • eine Tasche
    • eine Puddingschnecke
    • eine altertümliche Brotmaschine
    • ein kompliziertes Gemüse oder Obst
    • ein Tierkopf,
    • eine komplexe Blüte oder eine Pflanze
    • eine Henne,
    • ein offener Kulturbeutel und und und ....

Wir arbeiten auf vier Vierteln. Deshalb benötigst Du auch vier Gegenstände.

Sinnvollerweise leuchtest Du den Gegenstand von einer Seite „aufregend“ aus. Dann kannst Du den Schatten ggf. noch dazunehmen und Du hast stärkere Hell-Dunkel-Kontraste.

Der zweite wichtige Faktor in dieser Lektion ist die Schablone und ihre Anwendung. Du benötigst einen Stern, geschnitten aus Pappe oder Folie. Papier wellt sich direkt, wenn Du es ansprühst, deshalb eignet es sich in diesem Falle nicht unbedingt.

Der Stern sollte von Spitze zu Spitze in etwa eine Länge von 30-35 cm haben und außerdem über 5-6 Zacken verfügen. Schneide den Stern in einem Male aus, denn wir benötigen sowohl die Negativ- als auch die Positivform.

  • In jedem zweiten Schritt soll gesprüht werden. Dabei gibt es folgende Punkte zu berücksichtigen: Wir sprühen die Form oder den Hintergrund niemals komplett aus, sondern nur fragmentär
  • Sowohl die Negativform als auch die Positivform soll immer wieder so gelegt werden, dass der Sternmittelpunkt immer an derselben Stelle ist. Die Schablone wird zwar auch immer wieder gedreht, aber der Mittelpunkt selbst soll unbedingt gleich bleiben.

Damit hätten wir die beiden sehr wichtigen Faktoren, die es Deinerseits vorzubereiten gilt: Das Ausschneiden der Schablonen und das Organisieren der Malobjekte und der Beleuchtung.

Wenn Du diese Vorbereitungen getroffen und das Papier aufgeklebt hast, schreiten wir direkt zur Tat mit Schritt Nummer 1.

Look to the stars!

Schritt 1 Freie Malerei mit Rot, Orange, Ocker und Braun

Nimm ein Knallrot, ein intensives Orange und ein dunkles edles Braun. Damit betreibe einfach freie Malerei. Bearbeite gut und gerne ca. 90% eines jeden Blattes. Arbeite mit breiten Pinseln, aber nicht pastos.

Zeit: 2 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 2 Die Sternschablone in Schwarz –80%

Nun bestimme den Mittelpunkt eines jeden Blattes. Das ist dann auch gleichzeitig jeweils der Mittelpunkt der beiden Sternschablonen. In diesem Schritt legst Du die Sternschablone selbst auf Deine Papiere. Also den Stern, die Positivform und Du sprayst den Hintergrund in Schwarz. Fülle jeweils 80% des Sternhintergrunds aus und lass ca. 20% offen.

Zeit: solange es dauert


Schritt 3 Die Skizze Deiner Gegenstände mit Kreide + Acryl

Nun skizziere Deine Gegenstände mit einer roten Kreide Deiner Wahl! Skizziere sie so groß wie möglich. Setze sie auch jeweils in die Mitte des jeweiligen Papiers. Sie sollten komplett auf dem Papier abgebildet werden, ohne Anschnitte! Sobald Du die Gegenstände mit Kreide skizziert hast, überzeichne bzw. übermale einen Großteil der Skizze mit roter Acrylfarbe linear. Arbeite gestisch und rasch. Das wird kein Problem sein, weil Du die Sicherheit der Skizze ja bereits vorliegen hast.

Lass auf jeden Fall einen Teil der Kreideskizze stehen und arbeite nicht zu sparsam mit der Farbmasse.

Zeit: 2-5 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 4 Die Negativschablone, versetzt in Gelb zu 50%

Nun arbeite mit der Negativschablone. Das bedeutet, mit dieser Schablone deckst Du den Hintergrund ab und sprayst den Stern in Gelb aus, aber nur zu maximal 50%!!! Orientiere Dich wieder am besagten Mittelpunkt, aber versetze die Sternenzacken ein wenig in eine Richtung!

Zeit: solange es dauert


Schritt 5 Die Dunkelheiten

Deiner Gegenstände Mische Dir drei dunkle Farben an: Ein extrem dunkles Bordeauxrot, ein extrem dunkles Indigo und nimm außerdem ein tiefes dunkles Schwarz. Damit male rasch und gestisch alle dunklen Bereiche Deiner Wahlgegenstände! Aufgrund der Beleuchtung wirst Du hoffentlich so einige Dunkelheiten entdecken.

Zeit: 2 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 6 Die Positivschablone zu 40% in Magenta

Nun lege wieder den Stern auf und spraye den Hintergrund zu ca. 40% in Magenta oder Rotviolett aus. Lass also 60% des Hintergrunds stehen. Drehe den Stern wieder etwas in eine Richtung.

Zeit: solange es dauert


Schritt 7 Drei bis fünf Farben Deines Gegenstandes –50%

In diesem Schritt musst Du etwas mehr mischen. Auch wenn das immer etwas Arbeit bedeutet und man in der Regel schon eine ganze Zeit malen muss, um darin seine Passion zu entdecken, nimm Dir trotzdem die Zeit.

Mische pro Gegenstand 3-5 Farben, die sich auf die Realität beziehen. Mische teilweise sehr fein. Nun fülle malerisch ca. 50% Deiner Gegenstände, arbeite sie also heraus. Lass aber auch 50% der bisherigen Farben stehen. Eine komplette Ausarbeitung ist meistens zu direkt und macht fest.

Behalte eine rasche gestische Arbeitsweise bei!

Zeit: 2-4 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 8 Die Negativschablone in Weiß- 30%

Schritt 8 ist wieder der Negativschablone vorbehalten. Spraye aber nur ca. 30% der offenen Stellen aus und lass 70% der bisherigen Schichten stehen. Und wieder drehe die Schablone vorher in eine Richtung.

Zeit: solange es dauert


Schritt 9 Alles Helle Deiner Gegenstände

Nun arbeite mit Weiß oder einer anderen sehr sehr hellen Farbe Deiner Wahl. Du kannst auch gerne von Blatt zu Blatt die Farbe wechseln. Male alle hellen Stellen Deiner Gegenstände, alle Lichter, werde aber nicht vorsichtiger in Deinem Duktus, obwohl Du weiter zum Ende kommst.

Zeit: 1-2 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 10 Eine letzte übergeordnete Farbe

Im letzten Schritt bestimme pro Blatt eine andere übergeordnete Farbe. Diese Farben müssen nicht in der Vorlage enthalten sein.

Bearbeite 2 Blätter mit einer sehr intensiven Farbe und 2 Blätter mit einer eher dezenten Farbe. Setze die jeweilige Farbe im dazugehörigen Blatt überall ein bisschen ein, also übergeordnet, unabhängig von der Realität. Maximaler Anteil am Blatt: 10%.

Zeit: 1-2 Min pro Blatt ohne Mischen


 Siehst Du Deine Gegenstände oder siehst Du einen Stern?

Es gibt so viele Ansätze. Einige – wie in dieser Lektion – beziehen sich auf formale Dinge, wie Material, Technik, Komposition. Andere beziehen sich eher auf inhaltlicheAspekte, wie gesellschaftspolitische oder kulturelle oder andersgeartete Aussagen. Wieder andere entspringen einer persönlichen Passion, einer persönlichen Sehnsucht, der Suche nach dem eigenen Weg und dem eigenen „Ich“. Oft sind es alle Aspekte, die in unterschiedlichen Anteilen in jedem Deiner Arbeiten eine gewisse Rolle spielen.

Reflektion

1. Wie hat sich im Endergebnis die Schablone ausgewirkt? Was war der Sinn? Warum sollte der Mittelpunkt beibehalten werden? Warum ein Stern? Warum Positiv und Negativ? Was macht der Einsatz der Schablone mit dem jeweiligen Motiv?

2.Welche Deiner Arbeiten empfindest Du als die Beste? Womit hat das zu tun? Spielt die Wahl Deines Gegenstands eine Rolle? Haben sich Deine Gegenstände bewährt? Gibt es andere Kriterien für Deine Auswahl?

3.Was für andere Schablonen könntest Du bei einem solchen Prinzip verwenden? Nenne Beispiele! Was für Anforderungen musst Du an Deine Motive stellen oder geht es mit allen Motiven?

Wir wünschen Dir eine sonnige Woche mit einem extrem ausgeprägten selektiven Blick für neue Schablonen. Have fun! Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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