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Acryl Basic #21: 8x durch Wald und Flur

Lektion 21 Modul 5

Wochentraining "Acrylmalerei Basic"

Lektionen 21-25 – Easy Abstract Landscapes

Lektion 21: 8x von Wald und Flur

Materialliste

  • 2 große Bogen Hahnemühle Kupferdruckbütten, 300g, (54x78 cm), jeweils halbiert und die Hälften längs geviertelt.
  • Diverse Pinsel
  • Diverse Acrylfarben
  • Capaplex und/oder Acrylemulsion RH14 von Boesner
  • Sennelier-Ölkreiden
  • Kaffee

Kommen wir in unserem neuen Block: Landschaft!

Landschaften und Landschaftsformen gibt es viele, aber Umsetzungsformen auch. Es geht hierbei nicht um eine realistische Landschaft, sondern um eine abstrakte.

Aber was bedeutet „abstrakte Malerei“ eigentlich?

Schauen wir doch mal, was Wikipedia dazu sagt:

„Abstrakte Malerei (von lat. abstrahere: abziehen, trennen) oder auch Absolute Malerei ist ein Sammelbegriff für verschiedene Strömungen nicht gegenstandsbezogener Malweisen der Klassischen Moderne.

Als Abstrakte Malerei wird ein Ordnen oder Komponieren mit Farben, Kontrasten, Linien und geometrischen Formen ohne absichtliche Abbildung von Gegenständen angesehen.

In der Abstrakten Malerei vollzog sich ein Bruch mit einem der Grundprinzipien der historisch gewachsenen abendländischen Malerei. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Bezug zu real existierenden Objekten universaler und stilunabhängiger Bezugspunkt künstlerischen Schaffens.

Unter dem Begriff der Abstrakten Malerei versteht man die Tendenz, jeden Bezug zur Gegenständlichkeit zu vermeiden und das Gemalte auf Form- und Farbklänge und ihre innerbildlichen Bezüge und Gegensätze zu beschränken.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Abstraktions-Begriff in Bezug auf die Bildende Kunst ständig erweitert. Abstrakte Malerei konnte schließlich jede beliebige Form einer vereinfachenden, die Natureindrücke reduzierenden Darstellung bezeichnen.

Der Begriff „Abstrakte Malerei“ wird inzwischen so häufig und in so vielen verschiedenen Kontexten verwendet, dass es ganz gut ist, sich auch mal wieder darauf zurückzubesinnen, was er im Ursprung bedeutet hat. Wir gebrauchen den Begriff hier durchaus auch bezogen auf die Frage:

„Was bedeutet in der Malerei Realität?“ und „Welche Form von Realität streben wir in unserer Arbeit an?“

Sprechen wir von Realität, so meinen wir in der Regel die Definition der Form, die Zuordnung von Farbe und das Erzeugen von Plastizität und Räumlichkeit.

Haben wir immer noch Realität, wenn wir die Farben ändern? Gewiss, jedoch eine andere! Was ist wenn wir die Form auflösen, aber die Farben behalten, usw.? Wir können Teile der Realität verschwinden lassen oder verändern. Dadurch verlieren wir Anteile der Realität, aber gewinnen wir dadurch nicht auch andere und fokussieren wir so nicht einfach auch einen gewissen Schwerpunkt der Realität?

Ein Beispiel: Wenn ich weitestgehend Form auflöse, vielleicht noch ein paar formbezogene Hinweise aufrechterhalte, mich aber mehr auf die Farbigkeit konzentriere, konzentriere ich mich auch mehr auf die Stimmung und Atmosphäre der Realität. Ich überlagere sie mit meiner Gestik und damit auch mit meiner Emotionalität. Also mische ich andere Aspekte unter.

Der Begriff der Realität in der Malerei ist heute weit gefasst. Abstrahieren, Verfremden, Vereinfachen sind damit Aspekte, den Anteil der Realität zu verändern und zu dosieren.


Schauen wir doch mal, was wir in dieser Übung von den Landschaftsvorlagen tatsächlich umsetzen, was wir verändern, welche Aspekte der Realität wir aufgreifen und welche wir aufgeben.

Viel Spaß beim Eintauchen in die „Abstrakte Landschaft“!

Landschaftsmalerei
Landschaftsmalerei
Landschaftsmalerei
Landschaftsmalerei
Landschaftsmalerei
Landschaftsmalerei
Landschaftsmalerei
Landschaftsmalerei

Vorbereitung

Heute brauchen wir andere Formate. Halbiere Deine beiden Blätter, und die Hälften halbiere anschließend längs. Damit haben wir 8 Viertel in einem Ca.-Maß von 20x50 cm. Diese überlangen Papiere klebe so auf, dass Du sie als Querformat verwenden kannst.

Drucke die obigen acht Fotos aus und klebe sie neben Deine Blätter, ordne sie beliebig zu. So verlierst Du beim Arbeiten nicht den Überblick. Da wir stark abstrahieren werden, ist die Zuordnungsmöglichkeit auch mal schnell dahin. Vor allem ändern wir beim Malen das Format von „klassisch A4“ auf „sehr sehr lang“. Insofern interpretieren wir eh mehr, als dass wir konkret umsetzen. Dieser extreme Wechsel ist sehr neu. Lass Dich nicht irritieren.

„Nach dem Höchsten und Herrlichsten musst Du ringen, wenn Dir das Schöne zuteil werden soll!“

Caspar David Friedrich

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Die Übung

Schritt 1 Lasur mit Kaffee

Starte mit unserem bewährten Kaffee in unserer bekannten Mischung. Bearbeite ca. 50% eines jeden Blattes und versuche auf jedem Blatt etwas anderes zu machen, Stippen, Flächen, was immer Du magst.

Zeit: rasch


Schritt 2 Drei Grüntöne

Mische Dir drei eigenwillige Grüntöne, die sich sehr voneinander unterscheiden. Es kann auch ein sehr kräftiger ungemischter Ton dabei sein.

Bearbeite mit diesen Farben ca. 50% eines jeden Blattes. Richte Dich ein wenig nach Flächen und Formen, die Du in Deinen Vorlagen findest, ohne das Bild genau übertragen zu wollen. Arbeite tendenziell gestisch und rasch.

Die Farben kannst Du nebeneinander setzen und teilweise auch auf dem Papier miteinander mischen und vermalen. Hierzu ist es besonders wichtig mit sehr unterschiedlichen Grüntönen zu arbeiten.

Zeit: 12 Minuten ohne Mischen


Schritt 3 Kreidelinien mit Sennelier

Das was Du in Schritt 2 mit der Malerei und Fläche gemacht hast, mache nun mit der Linie. Setze mit 2 unterschiedlichen Farben akzentuierte Linien mit den dicken Sennelierkreiden.

Die Linien können teilweise frei sein, sich aber genauso gut an Formen und Richtungen der Vorlagen orientieren.

Zeit: 1 Minute pro Blatt


Schritt 4 Eine Spezial-Lasur

Nun mische Dir pro Vorlage bzw. pro Bild eine Lasur aus Capaplex oder Acrylemulsion und Farbe.

Du brauchst pro Bild eine Farbe, die sich konkret auf das Motiv bezieht, also pro Bild eine andere. Es kann eine dezente sein, genauso gut eine sehr intensive. Probiere verschiedenes aus. Erfahrung ist alles!

Bearbeite jeweils zwischen 30% und 80% eines jeden Blattes.

Zeit: rasch


Schritt 5 Das große Mischen und die große Malerei

Schritt 5 ist tendenziell etwas aufwendiger bzgl. des Mischens. Du benötigst pro Bild 6 Farben. Gehe dabei folgendermaßen vor:

  • Du benötigst 3 gemischte Farben die quasi in jedem Foto vorkommen bzw. die Du in jedem Bild verwenden kannst.
  • Desweiteren benötigst Du 3 Farben, die Du pro Foto individuell zusammenstellst:
    • eine intensive ungemischte Farbe
    • eine extrem dunkle Farbe
    • eine Farbe Deiner Wahl

Mit diesen Farben male, male, male!

Bearbeite jeweils ca. 50% eines jeden Bildes.

Orientiere Dich etwas an den Formen, Hell und Dunkel und Farben. So schaffst Du einen Bezug zur Vorlage und Deine Bilder haben die Chance individuell zu werden.

Zeit: 2-3 Minuten pro Blatt ohne Mischen


Schritt 6 Kreidelinien 2

Wiederhole Schritt 3. Nimm in 4 Blättern eine kräftige Farbe wie Rot und in den 4 anderen eine eher dezente Farbe.

Zeit: 1-2 Minuten pro Blatt


Schritt 7 Die kleine Lasur

Schritt 7 ist im Prinzip eine Wiederholung von Schritt 4. Mische Dir allerdings pro Blatt eine andere Farbe als jeweils in Schritt 4 und bearbeite maximal 30% des jeweiligen Blattes.

Zeit: 1-2 Minuten pro Blatt


Schritt 8 Helligkeiten

Zum Schluss kommen noch einmal Helligkeiten, also Weiß oder jeweils eine andere extrem helle Farbe.

Weiß passt nicht immer aufgrund der extremen Härte. Entscheide Dich gerne pro Bild neu und mische Dir jeweils eine andere extrem helle Farbe an.

Beziehe Dich in Form und Platzierung auf die jeweils hellsten Stellen auf dem dazugehörigen Foto.

Zeit: rasch


 Landscape or not?!

Nachdem Du deine Bilder abgenommen und an eine helle Wand gepinnt hast, ist die eigentlich spannende Frage die nach der Realität. Hast Du das Gefühl, die Ergebnisse sind Landschaft? Oder abstrakte Landschaft? Oder gar nicht realistisch?

Reflektion

1. Wenn Du das Gefühl hast, die Bilder haben etwas Realistisches, etwas das an Landschaft erinnert oder an die Landschaft verweist, was würdest Du sagen, ist es genau, wodurch diese Wirkung zustande kommt?

2. Welche Funktion oder Wirkung haben in Deinem malerischen Gefüge die Sennellier-Kreidelinien?

3. Macht sich der Kaffee am Ende noch in irgendeiner Form bemerkbar? Wodurch? Was bewirkt er?

4. Ordne Deine Bilder nach gefühlter Qualität!

Habe eine landschaftsreiche Woche und freue Dich schon jetzt auf die nächste Lektion!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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