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Acryl FS #44: A funny group on Patmos

Lektion 44 Modul 9

Wochentraining "Acrylmalerei für Fortgeschrittene"

Stadtszenen – Pure Malerei – Lektionen 41-45„Stadtszenen

Lektion 44: A Funny Group on Patmos

Materialliste

  • Zwei ganze Bögen Büttenpapier, jeweils geviertelt
  • Katzenzungen-Borstenpinsel, verschiedene Breiten für die malerischen Schritte
  • Breite Flachpinsel
  • Diverse Acrylfarben

„Some people want to make the world a better place. I just wanna make the world a better-looking place. If you do not like it, you can paint over it.“ Banksy

Die heutigen Stadtszenen sind eher dörflicher Natur, aber es geht auch mehr um eine ganz besondere Gruppe, eine Zeichengruppe, die gemeinsam auf der Insel Patmos gezeichnet hat. Diese Gruppe hatte während dieser Zeit die Aufgabe gehabt, immer und täglich, unter immer wieder anderer Anleitung einige Gruppenfotos zu machen.

Hier findest Du nun eine kleine Auswahl:

Gruppe
Gruppe
Gruppe
Gruppe
Gruppe
Gruppe
Gruppe
Gruppe

Das was Du wahrscheinlich direkt und mit einigem Schrecken feststellst: „Oh Gott, alles Menschen! – Kann ich nicht! – Zu schwer!“ Und natürlich sind Menschen schwer. Wenn man sich zwischendurch alleine mal klarmacht, wie kompliziert es schon ist, nur ein einziges Portrait darzustellen, wieviel aufwendiger und schwerer und komplizierter muss dann eine ganze Gruppe sein, die es malerisch umzusetzen gilt. 10 Gesichter = 20 Augen = 20 Hände usw. Da kann man als Maler schon mal blass werden. Es sei denn, die Aufgabenstellung will etwas ganz anderes als eine sehr realistische Darstellung.

Und hier kann ich Dich beruhigen, sie will etwas ganz anderes! Es geht wie in den anderen Lektionen auch um pure Malerei. Auch diese Lektion will sich an der Realität orientieren, sie aber auf gar keinen Fall en Detail abbilden. Es geht vielmehr um äußerst vage Andeutungen, die im besten Fall Realität erahnen lassen, die aber auf keinen Fall in die Richtung „Definition“ gehen sollen. Du orientierst Dich an den Farben, derer Platzierung, Du orientierst Dich an die Größe der Farbflächen, aber Du malst nicht explizit einen Kopf mit zwei Augen und einem Mund usw.

Dabei ist es allerdings äußerst wichtig, dass Du Dich sehr genau an den Farben orientierst, sehr nah an den Farben bleibst. Du musst also relativ viel mischen. Dabei ist es interessant zu verstehen, wenn Du Dich sehr stark an die Farben orientierst, diese zwar richtig platzierst, die Form im Detail aber aufgibst, wieviel Realität werden die Bilder am Ende haben. Um erst gar nicht in die Situation kommen zu müssen - wir könnten genauso gut pingeln - wird die Malerei trotz der Komplexität der Motive auf eher kleinen Papieren stattfinden. Und in dieser Übung drehen wir übrigens nichts, weder Papier noch Fotos!

Und nun viel Spaß bei der Übung!

Enjoy the group!

Schritt 1 Grundierung in einem Urlaubsblautürkis

Starte damit, Deine Blätter in einem Urlaubsblautürkis komplett zu grundieren. Da die Farbe auf Weiß eh gut leuchten wird, kannst Du sie gerne etwas mit Wasser verdünnen, um die Fließeigenschaften zu erhöhen.

Zeit: solange es dauert


Schritt 2 Alles Dunkle in den Echtfarben

Nun mische Dir die dunklen und sehr dunklen Farben an, die in den Bildern vorkommen. Damit setze entsprechend alle dunklen Stellen der Motive malerisch schnell rasch und gestisch um! Im Bereich von Details arbeite entsprechend detailliert. Aber wie im Vorfeld erläutert geht es nicht um die Genauigkeit der Form! Nicht vergessen!

Zeit: 2-3 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 3 Eine Motivfarbe als übergeordnete Farbe

Suche Dir eine Farbe aus, die in nahezu allen Fotos irgendwie vorkommt. Mit dieser Farbe und mit einer nicht zu kleinen Katzenzunge skizziere Dein Motiv komplett vor. Arbeite teilweise linear und teilweise flächig und versuche jedes Detail in der Andeutung mitzunehmen.

Zeit: 1-3 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 4 Alles Helle in den Echtfarben

Wiederhole Schritt 2, dieses Mal allerdings bezogen auf alle wirklich hellen Farben. Dazu gehört natürlich das pure Weiß, aber genauso auch andere helle Farben.

Nimm Dir die Zeit für das Mischen, die Du benötigst.

Zeit: 2-3 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 5 Ein bis zwei fotospezifische Farben

Nun bestimme pro Foto 1-2 Farben, die primär auf ebendiesem Foto vorkommen! Mische sie sehr exakt und platziere diese malerisch an den vorgesehenen Stellen. Du hast hier wieder etwas Mischarbeit, aber genau diese Farben tragen zur Individualität des jeweiligen Bildes bei.

Zeit: 1-2 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 6 Acht bis zehn Farben

Der letzte Schritt ist ein sehr ausführlicher, sowohl bezogen auf das Mischen, aber auch bezogen auf die Malerei.

Mische Dir 10 Farben, die als Kernfarben für alle 8 Fotos stehen. Das dauert etwas, aber versuche trotzdem sehr dezidiert zu arbeiten.

Nun setze diese Farben auf jedem Blatt ein, alle Farben auf jedem einzelnen Blatt! Bleibe bei der Malweise, die Du bislang angewendet hast. Nur weil Du mehr Zeit hast, komme trotzdem nicht zum Pingeln.

Bleibe in der Raschheit. Dabei ist folgender Punkt ganz besonders wichtig: FÜLLE DIE BLÄTTER IN DIESEM SCHRITT MIT DIESEN 8-10 FARBEN ZU MAXIMAL 40% – 60%. Auf keinen Fall mehr, denn die bisherigen Farbschichten sollen auch ihre Rolle spielen.

Zeit: 3-10 Min pro Blatt ohne Mischen


 Mensch oder kein Mensch, das ist hier die Frage!

Diese Übung hatte es schon wirklich in sich und ich hoffe, Du bist nirgendwo in die Pingelei gekommen. Das wäre sicherlich kontraproduktiv. Aber alleine diese Übung zu absolvieren und zu Ende zu führen ist schon eine extreme Leistung.

Vielleicht bist Du Dir gar nicht bewusst, auf welchem Level Du hier bereits arbeitest. Also ich kann da nur sagen: „Herzlichen Glückwunsch!“

Aber gehen wir mal etwas genauer in die Bildbetrachtung.

Reflektion

1. Hänge Deine 8 Ergebnisse einmal wieder an eine Wand und betrachte sie eingehend. Wieder ordne sie nach gefühlter Qualität chronologisch. Warum ist das Beste das Beste und das am wenigsten Gute das am wenigsten Gute?

2. Wie würdest Du den Grad der Realität und ihre Art umschreiben? Welche differenzierten Worte findest Du dafür?

3. Würdest Du die Übung jetzt und direkt im Anschluss noch einmal wiederholen, was würdest Du anders machen? Oder würdest Du ggf. alles noch einmal genauso machen und das, was vielleicht auch nicht geklappt hat, als mangelnde Übung einstufen

4. Mit welchen Themen und Motiven würdest Du diese Übung gerne noch einmal wiederholen? Was wären Deine Präferenzen?

Nun habe eine genussreiche Woche, in der Du Dein Umfeld mehr und mehr unter malerischen Gesichtspunkten zu betrachten anfängst.

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

PS: Hier findest Du bereits die Materialliste für die nächste Lektion!

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