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Acryl FS #42: Eat & Drink

Lektion 42 Modul 9

Wochentraining "Acrylmalerei für Fortgeschrittene"

Stadtszenen – Pure Malerei – Lektionen 41-45

Lektion 42: Eat & Drink

Materialliste

  • Zwei ganze Bögen Büttenpapier, jeweils komplett
  • Katzenzungen-Borstenpinsel, verschiedene Breiten für die malerischen Schritte
  • Breite Flachpinsel
  • Diverse Acrylfarben

„No one can teach that which is inside another person, each person must find it on his own and find a way to express it.“

Eduardo Chillida

Und weiter geht’s mit Stadtszenen und purer Malerei.

Das Interessante ist, dass man pure Malerei sehr schnell mit sehr handwerklichen Umsetzungen im Zusammenhang bringt, handwerklich im Sinne von „sehr genau“, sehr exakt“ und realistisch, aber pure Malerei in Kombination mit Prozess und Gestik und Wildheit UND Realität geht auch. Nur muss man die ganze Zeit über sehr viel mutiger sein und das Ziel nicht direkt erreichen wollen.

Steuerst Du direkt Dein handwerkliches Ziel an, wird es ganz schnell auf eine sehr handwerkliche und sehr realistische Arbeitsweise hinauslaufen.

Man muss Umwege gehen, malen um des Malens willen, das Ergebnis ist irgendwann einfach da! Natürlich hast Du auch hier Dein realistisches Ziel im Hinterkopf, aber Du setzt neue malerische Schritte, weil Du das Gefühl hast, in dem Moment, in dem Du sie machst, machen sie in erster Linie einen Sinn für das Bild als solches, unabhängig von der dargestellten Realität. Dahin zu kommen, ist ein langer Weg, deshalb waren viele Übungen oder Lektionen vorher ganz anders ausgerichtet, viel mehr auf Experiment, Schnelligkeit, formale Mischungen usw.

Wenn es Dir gelingt, diese Prozesse jetzt auch noch rein malerisch und an Realität orientiert auszuführen, dann bist Du wirklich schon sehr sehr weit.

Das Thema heißt nach wie vor „Stadtszenen“. Dieses Mal fokussieren wir allerdings mehr die klassischen kleinen Szenen größerer Städte und kleinerer Metropolen. Wir suchen kleine Szenen, in denen gegessen und getrunken wird, Szenen im Café, im Bistro, draußen, wo auch immer. Diese Szenen können komplex und einfach sein. Wir haben dir einige Beispiele zusammengestellt. Suche Dir 2 Vorlagen aus und setze sie, wie auch in der letzten Übung, den Schritten gemäß, rein malerisch um.

Straßenszene
Straßenszene
Straßenszene
Straßenszene
Straßenszene
Straßenszene

Während wir letztes Mal die ersten Schritte auf dem Kopf gemalt haben, werden wir heute die Blätter von Schritt zu Schritt im Uhrzeigersinn drehen. Wir starten mit Foto und Bild in richtiger Ausrichtung im ersten Schritt. Im zweiten Schritt drehen wir sowohl das Foto als auch das gemalte Bild im Uhrzeigersinn um 90° nach rechts, im darauffolgenden Schritt drehen wir beides ein weiteres Mal um 90° nach rechts, also stehen beiden Bilder auf dem Kopf usw. usw.Formate ausgesucht? Papier vorbereitet? Na dann geht’s los!

And now ... happy painting!

Schritt 1 Die hellgraue raue Acrylskizze – normal ausgerichtet

Starte mit einer hellgrauen Acrylfarbe.

Mache eine raue Skizze von Deinem Motiv. Bild und Foto sind normal ausgerichtet. Versuche zwar rau zu sein, aber trotzdem nicht zu stilisieren, sondern fast jedes Detail in irgendeiner Form „mitzunehmen“.

Arbeite rasch und spontan.

Zeit: 2-3 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 2 Die mittelgraue Acrylskizze – um 90° nach rechts gedreht

Nun mische Dir ein warmes mittleres Grau und überarbeite Deine Skizze in ähnlicher Form. Verwende sehr viel weniger von dem Mittelgrau als Du von dem Hellgrau verwendet hast. Versuche mit dem Mittelgrau die Skizze noch etwas mehr zu differenzieren.

Die Arbeit und auch das Foto sind in diesem Schritt um 90° nach rechts gedreht.

Zeit: 2 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 3 Die Dunkelheiten - um 90° nach rechts gedreht - also kopfüber

Nun setze mit einer extrem dunklen Farbe Deiner Wahl – es kann auch Schwarz sein – alle Dunkelheiten Deines jeweiligen Motivs. Um so detailreicher Du wirst, um so genauer wirst Du. In jedem einzelnen Schritt bestimmst Du wie genau und realistisch am Ende Dein Motiv sein wird.

Foto und Bild sind noch einmal um 90° nach rechts gedreht. Insofern steht in diesem Schritt beides Kopf.

Zeit: 2-5 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 4 Jeweils drei einzelne Motivfarben – um 90° nach rechts gedreht

Bestimme in jedem Bild 3 Motivfarben, die Dir auffallen. Es können auch sehr dezente und zurückhaltende Farben sein. Mische sehr exakt, versuche sehr nah an den realistischen Farbton heranzukommen. Setze alle drei Farben pro Motiv exakt da ein, wo sie auch vorkommen.

Denke daran, sowohl Foto als auch Bild wieder um 90° nach rechts zu drehen.

Zeit: 2 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 5 Ein Farbakkord aus 6 Farbtönen – um 90° nach rechts gedreht, also wieder normal

Nun benötigst Du pro Bild 6 Farben, die in etwa 6 Farbtöne der Motive widerspiegeln.

Bearbeite Deine Blätter damit in einem Anteil am Bild von ca. 40%. In diesem Schritt sind sowohl Foto als auch Bild wieder normal ausgerichtet. Arbeite sehr malerisch!

Zeit: 6-12 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 6 Die Lichter – um 90° nach rechts gedreht

Und wieder drehen wir beides nach rechts. Nimm Dir einen extrem hellen Farbton, nahezu Weiß, der zu dem jeweiligen Motiv in Deinem Farbempfinden passt und setze rasch, beherzt und realistisch alle Lichter.

Zeit: 2-4 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 7 Eine dezente Fremdfarbe – um 90° nach rechts gedreht

Mische Dir eine sehr dezente Fremdfarbe und setze sie in beiden Bildern an einer kleinen Stelle ein. Und wieder wird alles vorher um 90° nach rechts gedreht.

Zeit: 1 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 8 Aussteuerung der Realiät

Schaue Dir den Grad der Realität an und kontrolliere, ob Du hier und da etwas an der Realität feilen möchtest. Dieser Schritt ist eher freiwillig.

Wenn dann führe ihn so aus, dass sowohl Foto als auch Bild wieder normal ausgerichtet sind.

Zeit: 2-5 Min pro Blatt ohne Mischen


Schritt 9 Wiederholung Schritt 1 – aber dezent – normal ausgerichtet

Zum Abschluss wiederhole in einer sehr leichten und zurückhaltenden Form Schritt 1. Fertig!

Zeit: 1 Min pro Blatt ohne Mischen


 Wie realistisch sind die Bilder?

Und wieder ging es ausschließlich um Malerei. Was für ein Gefühl hast Du beim Malen? Ein Beispiel: Wenn ich mit dem Bleistift zeichne, habe ich das Gefühl, dieser Bleistift kann so unendlich viel. Wozu ein anderes Material nehmen?

Hast Du ein ähnliches Gefühl inzwischen in der Malerei? Oder ist es noch zäh und so ganz reicht es Dir noch nicht aus? Gönne Dir auf jeden Fall viel Zeit und Raum, in dieser Form eine ganze Zeitlang zu arbeiten. Erst dann siehst Du, inwieweit Du eine Affinität zur puren Malerei aufbauen kannst.Nun geht es aber direkt zu den Reflektionsfragen.

Reflektion

1. Wie schätzt Du die Motive ein? Fandest Du sie geeignet? Hättest Du lieber andere Motive genommen? Falls ja, welche?

2. Die Reihenfolge der einzelnen Schritte folgt immer einem ganz bestimmten Prinzip? Würdest Du die Reihenfolge gerne grundlegend ändern? Falls ja, stelle Dir eine andere Reihenfolge zusammen.

3. Welches Deiner beiden Blätter ist besser geworden? Kannst Du versuchen zu erklären, woran das liegt? Hat es eher mit dem Motiv zu tun oder mit dem Bild?

4. Gehe auch immer mal selbst auf die Suche und setze das eine oder andere auch gerne um.

Habe eine wunderbare inspirierende Woche und genieße jeden Moment!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

PS: Hier findest Du bereist die Materialliste für die nächste Lektion!

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