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Zeichnen FS #8: Die Strelitzie

Lektion 8 Modul 2

Wochentraining "Zeichnen für Fortgeschrittene"

FlowerPower! – Lektionen 6-10

Lektion 8: Die Strelitzie

Materialliste

  • Material-Liste- Zeichenpapier DinA4
  • 2 Bögen
  • verschiedene Bleistifte
  • Buntstifte: Rot-/Orangetöne, dezente Grüntöne, Violett-Töne (mit der Farbauswahl richte Dich nach Deiner Strelitzie. Die Farben sollen durchaus realistisch sein. Ggf. nimm die Blume zum Anlass, Dein Policromos-Sortiment etwas aufzustocken.)
  • eine Strelitzie oder untere 2 Fotos
Strelitzie

Zum Thema Objekte oder Fotos sei noch folgendes gesagt:

Generell solltest Du immer anstreben, von der tatsächlichen Realität ausgehend zu zeichnen und nicht von Fotos. Fotos sind immer nur eine Alternative falls wir die Realität nicht auftreiben können oder wir sie nicht mal eben aufsuchen können.

Natürlich ist das Internet eine echte Verlockung! Hier bekommen wir alle Themen brühwarm präsentiert, aber uns fehlt die direkte Konfrontation mit dem Objekt, die tatsächliche Auseinandersetzung, das Erspüren und das Anfassen. Außerdem ist ein Foto bereits zweidimensional.

Haben wir das Objekt vor uns, müssen wir das dreidimensionale Erleben zusätzlich in die zweidimensionale Ebene umsetzen. Das ist ein sehr wichtiges Training für unsere Wahrnehmung.

Bevor Du aber in Ermangelung der Realität nicht zeichnest, greife lieber zum Foto.

"Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben." 

Picasso

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Heute soll es um 2 Zeichnungen gehen, beide in DinA4. Auf beiden Zeichnungen geht es um die Blüte der Strelitzie. Versuche die Sicht auf die Strelitzie bzw. die Position von Blatt zu Blatt zu variieren. Trotzdem sollte die Blüte das jeweilige Blatt komplett ausfüllen bzw. an mehreren Stellen über das Blatt hinausgehen. Die nachfolgende Schrittfolge gilt für beide Blätter.

Erwecke Deine Strelitzie zum Leben!


Schritt 1 Skizze

Starte wieder mit einer Skizze. Versuche direkt zur Form zu kommen. Variiere den Druck des Bleistiftes. Fange zart an. Werde aber in dem Schritt auch schon lebendig, dunkel und akzentuiert in der Linie. Denke an die Blattaufteilung und die Einbeziehung des Randes. Arbeite exakt.

Zeit: 4 Minuten


Schritt 2 Erste Farbigkeit

Nun kommen Deine Farbstifte zum Einsatz. Versuche darauf zu achten, dass sie immer gut angespitzt, bzw. mit dem Cutter angekantet sind.

(Wenn magst, schaue Dir das untere Video zum Thema Anspitzen an):

 Nun fülle alle Teile der Strelitzie zu 100% mit den Farbstiften aus! Versuche aber eher zarte Farbschichten zu schaffen. Es geht an dieser Stelle noch nicht um die realistische Farbintensität, sondern eher um eine farbliche Orientierung. Arbeite mit möglichst dünnen Schraffuren. Wie dünn die Linien sein können, hängt jeweils vom Farbstift ab. Farbstifte sind hier nicht so flexibel und bestimmbar in ihrer Härte wie Bleistifte.

Zeit: 4-5 Minuten


Schritt 3 Zweite Farbigkeit

Nun geht es um die Farbintensität, die wir vorfinden. Überarbeite Deine Farbschichten. Da wo die Farben intensiv sind, werde nun auch intensiv mit Deinen Stiften. Denke daran, dass Du Farbstifte bzw. Farben mischen kannst, indem Du übereinander schraffierst. Gerade bei den zarteren Grüntönen könnte dieser Hinweis sehr wichtig sein.

Zeit: 3 Minuten


Schritt 4 Lineare farbige Akzente

Derzeit hast Du die Farbe ausschließlich flächig eingesetzt. Nun setze einige lineare Akzente im Konturbereich!

Zeit: 1-2 Minuten


Schritt 5 Bleistiftschwärze

Die Leuchtkraft von Farbe und die Brillanz einer Zeichnung lassen sich durch extreme Schwärze bzw. durch einen extremen Hell-Dunkel-Kontrast noch einmal verstärken. Suche in Deinem Objekt nun die wirklich dunklen Partien und setze sie mit einem 7B-Bleistift um, entweder linear oder als Schraffur. Drücke sehr fest auf, damit Du tatsächlich eine sehr satte Schwärze erhältst.

Zeit: 2 Minuten


Schritt 6 Einige wenige lineare Bleistiftakzente

Im ersten Schritt hast Du bereits erste lineare Akzente gesetzt und später kamen farbige lineare Akzente hinzu. In diesem Schritt geht es darum, noch einmal einige akzentuierte Linien im Konturbereich mit einem 4B-Bleistift nachzulegen.Versuche die Balance im Auge zu behalten. Diese akzentuierten Linien sollten nicht überall auftauchen, sondern nur da, wo sie kompositorisch wirklich Sinn machen.

Zeit: 1 Minute


Schritt 7 Bleistiftschraffuren

Nun hast Du viele Flächen mit Farbstiften schraffiert. Mit Farbstiften ist es etwas schwieriger, Räumlichkeit oder Plastizität zu schaffen, weil wir hier eher darauf ausgerichtet sind, Flächen zu Füllen anstatt Verläufe von hell nach dunkel zu kreieren. Denn über diese Verläufe entsteht Plastizität.Nun ist es aber – wie Du weißt – problemlos möglich, Farbflächen wieder mit Bleistiftschraffuren zu überziehen. So können wir hier auch die angesprochenen Hell-Dunkel-Verläufe darüberlegen.An dieser Stelle ist aber Deine absolute Aufmerksamkeit gefragt. Wir können zwar diese Verläufe nachträglich mit dem Bleistift über die Farbflächen legen, aber damit verändern wir auch die Farbigkeit bzw. die Intensität der Farbe. Es obliegt also Dir zu entscheiden, an welchen Stellen ist die Farbintensität wichtiger und Du vermeidest den Bleistift oder an welchen Stellen ist die Plastizität wichtiger und Du verwendest den Bleistift. Dazwischen gibt es natürlich auch sehr viele Mischformen. Bleibe in diesem Schritt sehr aufmerksam bzgl. dieses Balanceakts.

Zeit: 1-3 Minuten


Schritt 8 Hintergrundfläche

Die Zeichnung ist nun soweit abgeschlossen. Den Hintergrund haben wir während des gesamten Zeichenprozesses eher missachtet. Ggf. macht das Weiß des Papiers im Hintergrund sogar Sinn. Die Aufgabe ist nun zumindest auf einem Deiner Blätter den Hintergrund komplett zu füllen. Ich gebe Dir folgende Optionen:

  • Kaffee
  • Schwarze Tusche
  • Paintmarker
  • Hellblau oder Ocker oder Orange
  • Aquarellfarbe Dunkelindigo
  • Tusche Dunkelviolett

Egal welches Material Du am Ende verwendest, versuche sehr flächig zu arbeiten, ohne dass in der Fläche Strukturen auftauchen.

Zeit: 1-3_Minuten

Wenn Du das erste Blatt abgeschlossen hast, lege das zweite direkt nach. Versuche Deine Erfahrungswerte des ersten Blattes im zweiten zu berücksichtigen!


 Congratulations!

Inzwischen bist Du wahrscheinlich in einem Modus, in dem es für Dich selbstverständlich ist pro Woche eine Zeichenaufgabe zu machen. Damit bist Du in der Kontinuität, im Lifestyle.

Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist es gar nicht mehr so schwer, es genau so weiterzuführen. Diese Kontinuität ist im künstlerischen Lernen mit das wichtigste.

Am Ende macht Zeichnen einfach Spaß!

Genieße alles, was kommt!

Reflektion

1. Welches Deiner Blätter ist besser und warum?

2. Wie findest Du den Umgang mit der Farbe?

3. Gibt es andere Blumen, bei denen sich diese Vorgehensweise auch eignet bzw. andere bei denen es gar keinen Sinn macht? Wie begründest Du Deine Annahme?

Die Wochen verrinnen, die Zeit streicht dahin! Genieße auch diese Woche bei hoffentlich schönstem Wetter und mit wunderbaren Begegnungen!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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