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Zeichnen FS #50: Ein Hund zeigt Bein

Lektion 48 Modul 10

Wochentraining "Zeichnen für Fortgeschrittene"

Alles & Alles – Lektionen 46-52

Lektion 50: Ein Hund zeigt Bein!

Hund

Materialliste

  • Bleistifte
  • 1 Bogen Zeichenpapier DinA3
  • Buntstifte von Policromos, verschiedene Nuancen

Kommen wir vom Pferd zum Hund! Kommen wir von einem wunderschönen ernsthaften Tier zu einem anderen auch wunderschönen, das allerdings gerade sehr lustig sein möchte.

Es handelt sich hierbei um Lupo, meinen Lebensbegleiter. Lupo ist ein italienisches Windspiel, also ein kleiner Windhund mit viel Brust, wenig Körper und viel Bein. Die Schlafpositionen, die dieser Kollege eingeht, sind schon rekordverdächtig. Manchmal stehen alle vier Bein in die Luft. Manchmal ist er ganz eingekugelt. Dann wiederum streckt er sie überkreuz zur Seite und knickt dabei noch seinen Kopf ab. Das wäre die Situation, die Du auf dem beiliegenden Foto vorfindest. Das soll unsere heutige zeichnerische Grundlage sein.

Was gibt es dabei alles zu beachten? Was sind die motivischen Bestandteile, die zu einem großen Teil und den Reiz und den Witz dieses Motivs ausmachen?

  • Als erstes hätten wir die Pfoten, die aufgrund der fotografischen Verzerrung extrem nach vorne kommen. Dabei insbesondere der Blick auf die Ballen, die im Zusammenklang von Konzentration und Rhythmik ein ganz wichtiges Spannungsmoment bilden. Dazu kommt der unterschiedliche Blick auf die einzelnen Pfoten, mal im Profil und mal fast eine direkte Aufsicht auf die Ballen.
  • Bleiben wir noch kurz bei den Pfoten, so ist es dort auch gerade die Farbigkeit, das zarte, leichte rosa bis apricot, das leicht babyhaft wirkt. Und natürlich diesen übergroßen Blick auf die Pfoten, die fast die Hälfte des Motivs bestimmen.
  • Ein weiterer ganz wichtiger Punkt sind die Beine, das Überkreuzen. Das vordere Bein geht fast als Diagonale durch das ganze Bild. Die Bein- und Fußsituation bestimmt fast das ganze Bild. Die Beine kann man dabei tatsächlich en Detail studieren.
  • Dann haben wir da noch die Färbung. Das extreme „Die-kleinen-Strolche-Hell-und-Dunkel“ dieses Hundes. Da man sehr stark auf die dunklen Bereiche schaut, wird der Körper selbst leicht verrätselt.
  • Und als letztes haben wir noch den Blick auf etwas Kopf, aber insbesondere auf die Schnauze und einen sehr vampirischen Zahn.

Sicherlich gibt es noch mehr Elemente, wie Körbchen, Fell, Halsband, die untere Schwärze, aber die vorher geschilderten Partien sind für die Darstellung dieser besonderen Schlafhaltung ausschlaggebend.

Das genaue Studieren Deines Motivs, Deines Zeichenobjektes, sollte immer in so einer Form stattfinden. Wenn Du im Vorfeld weißt, was Du zeichnest, kannst Du Deine Zeichnung während des Arbeitens wesentlich besser steuern.Und nun auf auf zu neuen Gefilden!„Die Notwendigkeit schafft die Form.“(Wassily Kandinsky)

7 Schritte zum Hund mit Bein

Erwecke den schlafenden Wolf zum Leben!

Schritt 1 Skizziere die Pfoten und Beine

Dieses Mal fangen wir mit einer Teilskizze an. Skizziere mit einem HB-Bleistift ausschließlich die Beine und die Pfoten. Achte darauf, dass Beine und Pfoten zusammen fast das ganze Blatt einnehmen. Die Beine sind in ihrer Außenkontur sehr differenziert mit so einigen Unebenheiten. Sie sind alles andere als gerade.

Die Pfoten mit den einzelnen Zehen sind hingegen sehr komplex. Die Zehen sind nicht einfach nur Kreise. Versuche die Form jedes einzelnen Zehs zu erfassen. Betrachte jeden Zeh separat. Ebenso die Krallen.


Schritt 2 Koloriere die Pfoten und ein bisschen Bein

Bevor Du nun startest, den Rest der Vorlage zu skizzieren, koloriere ausgiebig die Zehen und versuche exakt die Farbtöne zu erwischen. Ggf. findest Du genau die Farben der Vorlage in der großen Auswahl der Policromos Buntstifte oder Du lagerst verschiedene Buntstifte schraffierenderweise übereinander. Werde sehr dicht und massiv. Die Füße sollen später zum Schwerpunkt gehören. Jetzt im zweiten Schritt setzt Du hierfür bereits die Basis.

Versuche die Kolorierung leicht ins Bein übergehen zu lassen und berücksichtige auch die zartrosa Flächen in den weißen Fellbereichen.


Schritt 3 Skizziere den Rest

Nun skizziere den Rest: Den restlichen Teil des Körpers, den Du siehst, den verdrehten Kopf, das Halsband, die Zähnchen usw.

Skizziere außerdem den ockerfarbenen Rand des Nestchens an.


Schritt 4 Erarbeite die dunklen Partien des Hundes und des Hintergrunds

Schraffiere mit einem weichen Bleistift alle dunklen Partien der Vorlage!

  • den unteren schwarzen Bereich schraffiere genauso schwarz und dicht!
  • einen Teil der Zehen und Pfoten
  • einen Teil der Nase, des Mundes und des Kopfes
  • Zwischenräume zwischen den Beinen und Füßen und Kopf
  • die dunklen Bereiche des Fells.

Werde sehr dunkel und gestisch und massiv, trotzdem bleibe sehr nah an der Realität.

Schritt 5 Kläre zeichnerisch den Kopf und stelle die Zähne heraus

Nun schraffiere ausgiebig und sehr realistisch den Kopf mit den Zähnchen. Die Kopfform und die Drehung des Kopfes sind etwas eigenwillig. Versuche ihn genau zu erfassen und auch die feinsten Verläufe zu berücksichtigen.


Schritt 6 Arbeite die Beine sehr fein und subtil heraus

Kümmere Dich noch einmal um die Beine. Gehe sehr subtil auf die einzelnen Nuancen ein. Da wo Du Härchen siehst, kannst Du durchaus auch in Richtung der Härchen schraffieren. Arbeite wirklich sehr fein und exakt.


Schritt 7 Kümmere Dich noch einmal um die Pfoten

Gehe nun noch einmal mit Bleistiften von H bis 2B in die Pfoten. Du kannst noch leichte Verläufe einbringen, feine Abstufungen und die bereits gesetzten Farben durch Überschraffieren auch noch einmal dämpfen. Die Pfoten sollen der Hauptpart der Zeichnung sein. Sie können nicht dicht genug werden.


Schritt 8 Schließe die Zeichnung ab

Schaue Dir den Zustand der Zeichnung noch einmal in Ruhe an. Überlege, wo Dir noch etwas fehlt oder wo Du noch etwas verändern könntest und führe selbiges aus. – Fertig!

Schläfst Du auch manchmal in dieser Position? ....In der zeichnerischen Zukunft solltest Du immer sehr stark deine Inspiration hinterfragen. Wozu hast Du wirklich Lust, was interessiert Dich, ja was fasziniert Dich. Gibt es vielleicht sogar Themen, die Du erzeichnen „musst“, die ein totales Bedürfnis darstellen. Egal woher Deine Faszination oder Deine Lust rühren, das ist letztlich eine der wichtigsten Ingredienzien für die Qualität einer Zeichnung. Dann geht es weit über die Technik hinaus. Bleibe wachsam und versuche zu verstehen, was Deine Themen sind.

Reflektion

1. War das Motiv für Dich schwer oder leicht? Worin könnten Schwierigkeiten begründet gewesen sein? Was fandst Du eher sehr leicht? Hast Du das Gefühl, dem Motiv gerecht geworden zu sein?

2. Sind die Beine und Pfoten tatsächlich der Schwerpunkt Deiner Zeichnung geworden? Falls ja, wie hast Du das geschafft?

3. Könnten Hunde für Dich zeichnerisches Thema werden? In diesem Fall, in dieser Zeichnung geht es um ein sehr spezifisches Unterthema, gar nicht einfach um die Darstellung eines Hundes. Fallen Dir weitere spezifische Unterthemen ein?

4. Welche anderen Tiere könnten Dein Interesse wecken und warum nur?

Betrachte Hunde in der folgenden Woche. Aufregend sind auch immer Hunde mit ihrem Herrchen und Frauchen. Es sind oft klasse Gespanne!

Dein HOWDOYOUKUNST-Team

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