Die Biennale in Venedig – russischer Pavillon... Eine Übung!

Die Biennale in Venedig – der russische Pavillon... eine Übung!

(Dieser Beitrag ist der dritte unserer Serie über diesjährige Biennale Arte in Venedig. Auf einem Bummel erkunden wir diverse Ausstellungen.  Hier geht es zum vorherigen Artikel!)


Betreten wir den oberen Teil des russischen Pavillons auf der Biennale in Venedig, so sehen wir uns einer Fliegermaske gegenüber in einer Höhe von geschätzten 3 Metern.  Schon ob der Größe und der unverhofften Begegnung ist sie beeindruckend und zudem in ein dunkles Umfeld gebettet. Emotional ist sie divers. Sie vermittelt etwas Unheimliches, etwas Grauenvolles.  Mich erinnert sie an eine Gasmaske

biennale-2015-russischer-pavillon

Wir machen eine Übung draus!

In diesem Artikel wollen wir aber nicht die Hintergründe besprechen, sondern uns der visuellen Inspiration hingeben. Sie soll uns animieren, selbst zu zeichnen, das Gesehene in ein eigenes Kunstwerk umzusetzen. Wir geben Dir einige Schritte vor, die Du step by step abarbeiten kannst. Lass Dich überraschen lassen, wohin Dich das Ganze visuell führt!

Vielleicht entdeckst Du in diesem Moment Dein Talent für Zeichnung. Und vielleicht merkst Du, Zeichnen ist Dein Leben. Aber was auch passiert, genieße diese kleine Übung!

Was brauchst Du zu dieser Übung an Material?

  • einfaches Zeichenpapier in ca. DinA3
  • Holzbrett
  • Tesakrepp
  • schwarze Tusche oder Tinte
  • Blaue ODER sepiafarbene Tusche oder Tinte
  • breiter Flachpinsel ( ca. 10 cm)
  • Bleistifte HB, 2B, 5B oder weicher
  • dezenter Buntstift
  • ein freches Material Deiner Wahl

Schritt 1 Die Vorbereitung

Nimm Dir einen Bogen einfaches Zeichenpapier in ca. DinA3 und klebe ihn umlaufend mit Tesakrepp auf einen festen Untergrund, am besten auf ein Holzbrett. Anschließend kommen 2 Nassschritte, um den Untergrund etwas vorzubereiten.

weisses-papier

Schritt 1: Weisses Papier


Schritt 2 Die erste Lasur

Nun nimm Dir etwas Wasser und mische minimal schwarze Tusche hinzu! Ggf. reichen 1-2 Tropfen. Es soll eine sehr sehr helle Lasur entstehen. Diese Lasur trage nun großzügig mit Tempo und Akzenten mit Gestik und Spritzern auf das Papier auf.

Bearbeite ca. 80% des Blattes. Nun muss dieser Schritt erst trocknen. Mit einem Fön kannst Du den Trocknungsprozess beschleunigen. Du kannst aber auch einfach in Ruhe einen Kaffee trinken. Ist Schritt 2 getrocknet, mache bei Schritt 3 weiter.

Schritt 2: die erste Lasur


Schritt 3 Die zweite Lasur

Mische Dir noch einmal eine Lasur an, wie in Schritt 2. Dieses Mal nimm statt der schwarzen Tusche eine Bläuliche oder eine Sepiatusche.

Gehe beim Auftragen des Materials genauso vor wie in Schritt 2. Dieses Mal bearbeite aber maximal 50% des Blattes.

Auch dieser Schritt muss erst wieder durchtrocknen, bevor es weitergeht.

blaue-lasur

Schritt 3: die zweite Lasur, manchmal passiert Unerwartetes; hier: Streifenbildung 🙂


Schritt 4 Die Skizze

Nun kommt der für viele eigentlich schwierige Part. Bist Du bereits fortgeschritten, genieße jeden Schritt. Bist Du eher Anfänger, tue Dein bestes, aber lass Dich nicht entmutigen. Zeichnen lernt man auch aus dem Grunde, seine Wahrnehmung zu schulen und zu sensibilisieren. Hat man hier noch wenig gemacht, mag gerade dieser Schritt etwas schwer fallen.

Versuche die Maske zu skizzieren. Nimm Dir einen HB-Bleistift und setze leichte Linien. Die müssen nicht richtig sein. Setze immer wieder leichte neue Linien. In dem Moment, wo Du das Gefühl hast, es sind einige richtige Linien dabei, zeichne sie noch einmal dunkler nach. Alles gerne lebhaft!

Bist Du bereits Fortgeschrittener, versuche die Linien unterschiedlich dunkel zu setzen und verschiedene Tempi bei den Konturen zu verwenden. Um so lebhafter wird die Zeichnung.

Achte möglichst darauf, dass die Maske einen ähnlich großen Anteil am Papier einnimmt, wie auf der Fotografie.

Vorskizze

Schritt 4: Vorskizze


Schritt 5 Schwärze

Nun schau Dir Motiv genau an. Jetzt geht es darum, die wirklich dunklen Bereiche des Objektes auch wirklich dunkel zu schraffieren. Annähernd schwarz. Dazu brauchst Du einen wirklich weichen Bleistift – ab 5B aufwärts – ein bisschen Kraft in der Hand.

Je aufrechter der Bleistift beim Schraffieren desto einfacher ist es tatsächlich Schwärzen zu schaffen. Arbeite also mit viel Druck (schwarz!) und gerne auch mit etwas Tempo.

Die Schraffuren werden aufgrund dessen sicherlich auch eigenständiger und brechen schnell mal aus. Trotzdem wird es an einigen Stellen wichtig sein, klare Abgrenzungen zu schaffen. Versuche hier zu differenzieren, wann was wichtig ist.

Schritt 5: die Schwärze


Schritt 6 Der dezente Farbstift

Nun nimm Dir einen sehr dezenten Buntstift, etwas Gräuliches oder leicht Bräunliches und coloriere einen Teil der Maske flächig. An anderen kleineren Bereichen wiederhole die Farbe zugunsten der zeichnerischen Einheit, aber nur ein bisschen.

farbstift

Schritt: 6: der dezente Farbstift


Schritt 7 Der Schwerpunkt

Nun fokussiere einen Bereich des Motivs, den Du als Schwerpunkt etwas detaillierter und differenzierter herausarbeiten möchtest. Wenn dieser Bereich ca. einen Quadratdezimeter umfasst, reicht das allemal.

Bleibe im Bereich HB bis 2B. Schaue Dir genau an, welche Details Du herausarbeiten möchtest, bezogen auf Form, Fläche, Verläufe, Schraffuren etc. Bist Du eher ungeübt, gehe intuitiv vor.

schwerpunkt

Schritt 7: der Schwerpunkt


Schritt 8 Der schwarze Hintergrund

Nun fülle alle Hintergrundschwärze, die Du im Motiv siehst ebenso mit schwarz, aber mit schwarzer Tusche und Pinsel.

tusche-im-hintergrund

Schritt 8: Tusche im Hintergrund


Schritt 9 Kleine Frechheiten

Wenn Du Lust hast, überlege Dir in diesem letzten Schritt einfach noch einmal eine mutige Frechheit, wie z.B. im Foto.

Nimm eine Neonfarbe, einen Acrylmarker, einen Edding, einen goldenen Buntstift. Mach etwas, was nichts mit dem Foto zu tun hat, sondern bringe eine eigene Idee mit ein. Wenn Du mutig bist,  setze alles aufs Spiel, was Du Dir mühsam erarbeitet hast :-)!

kleine-frechheiten

Schritt 9: Kleine Frechheiten

finales Bild

Vom Brett abgenommen mit einem sauberen Rand. Ein kleiner letzter Tipp: Zieh die Klebestreifen immer nach außen ab!


 Vielen Dank fürs Durchhalten!

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Wer schreibt hier?

Stephan Geisler ist freischaffender Künstler aus Bochum. Er stellt seine Werke international aus und ist seit 20 Jahren an Kunstakademien als Dozent tätig. E-MailTwitterBlog

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